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Singende Nonne begeistert bei "The Voice" in Italien

Mehr als 50 Millionen Klicks bei YouTube : Singende Nonne begeistert bei "The Voice" in Italien

Sie ist der Star der aktuellen Staffel von "The Voice of Italy". Das liegt natürlich an der Stimme von Cristina Succia, schließlich rühmt sich die Castingshow damit, auf diese ganz besonders viel Wert zu legen. Doch auch die Berufung der 25-Jährigen ist eine besondere. Die Italienerin ist Nonne.

Die Jury starrt ungläubig Richtung Bühne, ein Juror hat sogar Tränen in den Augen, und das Publikum in dem Studio, in dem die Castingshow "The Voice of Italy" aufgenommen wird, feiert die Sängerin mit "Schwester, Schwester"-Sprechchören. Vor ihnen steht im dunklen Gewand einer Nonne Schwester Cristina, und sie hat gerade alle vier Juroren mit "No One" von Alicia Keys davon überzeugt, dass sie in ihr vielleicht sogar die Siegerin der zweiten Staffel der italienischen Version ausbilden können.

"Ich habe ein Geschenk, das möchte ich euch geben"

Cristina Succia ist 25 Jahre alt, sie stammt aus Sizilien in Süd-Italien, und ja, sie ist wirklich eine Nonne, wie sie den Juroren versichert. Warum sie sich zu der Sendung angemeldet habe? "Ich habe ein Geschenk, und das möchte ich euch geben", sagt sie über ihre Stimme. "So geht das doch, oder?"

Die vier Juroren, allesamt mehr oder weniger bekannte italienische Musiker, haben sich bei den "Blind Auditions", in denen die Richter mit dem Rücken zu den Interpreten sitzen und nur die Stimme hören, dafür entschieden, mit der Sängerin in die nächste Runde zu gehen. Der erste, der auf den Buzzer gedrückt hat, um die Person zu der Stimme zu sehen, war J-AX, ihm folgten Noemi, Raffaela Carra und Piero Pelu.

J-AX hat Tränen in den Augen

Während Carra es schafft, immerhin die ersten Fragen zu stellen, sitzen die anderen drei noch mit offenem Mund und Tränen in den Augen auf ihren Drehstühlen. Als J-AX endlich seine Stimme wiederfindet, sagt er, dass er bestimmt Papst geworden wäre, hätte er als Kind in der Kirche jemanden so singen hören.

Um sie für sein Team zu gewinnen (bei "The Voice" treten die Musiker erst in ihrem Teams gegeneinander und dann gegen die Sänger der anderen Teams an), nutzt er einen bizarren Vergleich, der die Nonne aber zum Lachen bringt. "Ich bin der Teufel, du bist das Weihwasser – zusammen sind wir unschlagbar", sagt er – und bekommt tatsächlich den Zuschlag. Allerdings hatte sich Schwester Cristina bereits vor der Sendung vorgenommen, sich dem Team des ersten Juroren anzuschließen, der sich für sie entscheiden würde.

"Ich warte auf Papst Franziskus"

In der Folge albern die Juroren weiter rum, und die Nonne macht den Spaß mit. Was denn der Vatikan zu ihrer Teilnahme sagen würde? "Das weiß ich nicht – aber ich warte auf einen Anruf von Papst Franziskus", sagt sie. Sie gehe aber davon aus, dass er kein Problem damit habe, schließlich fordere er die Menschen auf, die frohe Botschaft zu verkünden.

Im ersten Battle, in dem zwei Musiker aus einem Team ein Lied gemeinsam singen und sich der Juror entscheidet, wer von beiden weiterkommt, überzeugt Schwester Cristina erneut. Sie singt mit Kandidatin Luna "Girls Just Wanna Have Fun" von Cindy Lauper – und kommt wieder in die nächste Runde. "Wenn Schwester Cristina singt, dann versprüht sie Freude, und das ist eine Gabe", sagt ihr Coach. "Das sehe ich bei meinem Mit-Juroren ebenso wie im Publikum – und darum entscheide ich mich für Schwester Cristina." Auch in der nächsten Runde setzte sie sich durch, dieses Mal gegen Kandidatin Bernadette, gegen die sie mit "Hero" von Mariah Carey antrat.

Wie Susan Boyle, Paul Potts und Andreas Kümmert

In den vergangenen Jahren kam es immer wieder vor, dass vermeintliche Außenseiter und jene, die man nicht unbedingt im Musik-Geschäft verortet, durch Castingshows berühmt werden. Durch "Britain's Got Talent" wurden die unscheinbaren Susan Boyle und Paul Potts so bekannt, dass die anschließend Millionen Platten verkauften. In der deutschen Version von "The Voice" begeisterte Andreas Kümmert Jury und Publikum und landete mit der Single "Simple Man" auf Platz zwei der deutschen Charts.

In Italien läuft "The Voice" seit 2013, in diesem Jahr ersetzt J-AX in der Jury Riccardo Cocciante, dessen Schützling Elhaida Dani die Show damals gewonnen hatte. Schwester Cristina ist bereits jetzt einer der größten Stars der Sendung. Der Auftritt ihrer "Blind Audition" wurde mehr als 47 Millionen Mal bei YouTube angeklickt, ihr Battle mit Luna hat mehr als 5,5 Millionen Klicks.

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(spol)