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„Shopping Queen“ - Vox verliert Klage gegen Landesmedienanstalt NRW

„Fifty Shades of Grey“ bei „Shopping Queen“ : Vox verliert Klage gegen Landesmedienanstalt NRW

Ein Gericht hat eine Klage des TV-Senders Vox gegen eine Beanstandung durch die Landesanstalt für Medien NRW abgewiesen. Die Aufsichtsbehörde hatte eine zu starke Produktplatzierung des Kinofilms „Fifty Shades of Grey“ in der Sendung „Shopping Queen“ bemängelt.

Zu Recht, befanden die Richter des Verwaltungsgerichts in Köln in dem am Mittwoch in Köln veröffentlichten Urteil. (AZ: 6 K 14278/17)

In der Styling-Doku „Shopping Queen“ treten nach Senderangaben wöchentlich fünf Frauen in einen Wettstreit, wer sich zu einem vorgegebenen Thema mit einem festen Budget innerhalb von vier Stunden das passendste Outfit zusammenstellt. In der Woche vor dem deutschen Kinostart des zweiten Teils der „Fifty Shades of Grey“-Reihe stand die Sendung den Angaben zufolge unter dem Motto „Jetzt wird's heiß. Bring den roten Teppich auf der Filmpremiere von 'Fifty Shades of Grey' zum Glühen!“.

Im Rahmen der Sendung wurden nach Angaben des Gerichts immer wieder Filmausschnitte aus dem ersten und zweiten „Fifty Shades“-Kinofilm eingespielt und mit den Handlungen der Kandidatinnen verknüpft. Die Landesanstalt für Medien hatte daraufhin eine zu starke Herausstellung des Films als unzulässige Produktplatzierung beanstandet. Vox war dagegen der Ansicht, die Produktplatzierung habe sich noch in den Grenzen dessen gehalten, was für Sendungen der leichten Unterhaltung zulässig sei.

Das Gericht folgte allerdings der Einschätzung der Medienaufsicht. Die beanstandeten Sendungen ließen keinen angemessenen Ausgleich mehr zwischen werblichen und redaktionellen Belangen erkennen und verstießen damit gegen ein entsprechendes Verbot des Rundfunkstaatsvertrags, hieß es. Das eigentliche Handlungsgeschehen der Sendung, nämlich der Wettstreit um das beste zum Sendungsmotto passende Outfit, sei um Filmelemente der „Fifty Shades of Grey“-Filmreihe herum gestaltet worden. Der Zuschauer habe nicht mehr hinreichend klar zwischen werbebestimmten und sonstigen Elementen des Sendungsgeschehens unterscheiden können.

Gegen das Urteil kann Antrag auf Berufung am Oberverwaltungsgericht in Münster gestellt werden.

(felt/epd)