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Neue ProSieben-Show "Catch the Millionaire": Sex, Geldgier und Abscheu

Neue ProSieben-Show "Catch the Millionaire" : Sex, Geldgier und Abscheu

Der Bachelor auf RTL ist noch in gruseliger Erinnerung, da wird andernorts nachgelegt. Nun also weidet sich auch ProSieben daran, wie junge Frauen einen vermeintlichen Millionär erobern wollen. Im Vergleich zum RTL-Vorgänger fällt das Konzept noch gemeiner aus: Nur einer der drei Männer ist wirklich reich. Bei Facebook schlägt dem Sender für sein neues Format die blanke Verachtung entgegen.

Das Konzept "Viele schöne Frauen reißen sich um einen reichen Mann" hat das deutsche Privatfernsehen schon bei der RTL-Datingshow "Der Bachelor" ausgetestet. So viel ätzende Kritik ("Liebe zum Fürchten") die Show auch in den Medien einstecken musste, so erfolgreich lief sie gemessen an den Quoten.

Wohl auch darum setzt nun ProSieben darauf und fügt obendrein noch einen Kniff hinzu, den man entweder als gemein oder als gerechte Strafe für Geldgierige ansehen kann. Denn was ist, wenn der Prinz sich plötzlich in einen Frosch verwandelt?

Scharfe Kritik vorab

18 Single-Frauen treffen in dem neuen TV-Format "Catch the Millionaire" ab Donnerstag (18.7., 20.15 Uhr) auf drei - vermeintlich - reiche Männer: Gero, Chris und Dennis. Was die Damen erst im Laufe der Sendung erfahren: Nur einer der drei ist ein echter Millionär.

"Während die TV-Zuschauer bereits im Bilde sind, beginnt unter den Frauen das Rätselraten: Wer ist der Mann, der ein sorgenfreies Leben garantieren könnte - und ist das Geld Anreiz genug, sich zu verlieben?" frohlockt ProSieben in einer Mitteilung. "Am Ende der fünfteiligen Showreihe heißt es für die bindungswilligen Ladys: Geld oder Liebe - oder gar Geld und Liebe, an der Seite eines Millionärs?"

Bei Facebook stieß das Konzept der Show allerdings bisher auf wenig Anerkennung. Vielmehr ist aus den Kommentaren Verachtung herauszulesen. Der überwiegende Teil der Reaktionen auf der Seite zur Sendung fällt negativ aus, wenn nicht gar vernichtend. "Ihr werdet auch immer schlimmer", schreibt ein Besucher dem Sender hinter die Ohren. "Moderne Prostitution", ein anderer. Von "Unterschichtenfernsehen" ist die Rede.

"Voll der f...ing Burner, ey"

Den Kandidatinnen war das vermutlich völlig egal. Viele reisten mit großen Hoffnungen an. In Einzel-Interviews lassen sie bereits durchblicken, wie sie ticken: "Ich will einen Millionär kennenlernen. Wann kommt man schon dazu, bei so einem Abenteuer mitzumachen?", sagt zum Beispiel Jana aus Berlin in einem Interview mit ProSieben. Isabell aus Nürnberg meint: "Ich will sehen, wie ich ankomme. Ich will berühmt werden. Solche Männer findet man im wahren Leben nicht. Ich habe noch nie einen Millionär kennengelernt."

In einer Preview der ersten Folge ist auch zu beobachten, wie die Mädchen den Einstieg ins vermeintliche Luxusleben feiern. "Is ja voll der f...ing Burner, ey", tönt eine der Frauen im formatgerechten Sexy-Dress, als sie den Pool vor der Villa in Italien erobert.

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Der wahre Millionär gibt bereits Interviews

Denise aus Osnabrück klingt da schon bescheidener: "Ich wollte mal etwas Neues machen, ich war noch nie in Italien." Und sie hofft: "Vielleicht ist ja ein netter Mann dabei." Miriam aus Paderborn ist sehr offen: "Wenn es passt, ist man immer bereit, sich zu verlieben."

Der echte Millionär gab sich unmittelbar vor Sendetermin bereits in Interviews zu erkennen. Auch ProSieben machte den Namen über seine Facebookseite publik. Der, auf den Mädels eigentlich scharf sind, heißt Dennis und kommt aus Wiesbaden. Gegenüber der Rheinzeitung ließ er durchblicken, dass ihn an der Show vor allem der psychologische Aspekt gereizt hat: Lässt sich erkennen, welcher Frau es nur ums Geld geht? Für ihn ist die Millionärsshow gewissermaßen ein öffentliches Sozial-Experiment, mit dem sich die Belastbarkeit von Beziehungen testen lässt.

Geld oder Liebe?

"18 Frauen präsentiert zu bekommen, ist schon ungewohnt", sagt er im Gespräch mit dem Sender. "Ein bisschen altmodisch, ein bisschen Römisches Reich wenn man das so sehen möchte. Aber es ist natürlich eine sehr komfortable Situation. Was kann man sich Besseres wünschen?"

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von ProSieben hätte die Mehrheit der deutschen Frauen bei dem Thema übrigens wenig Humor. 57 Prozent würden Schluss machen, wenn sich der Geldsegen eines vermeintlichen Millionärs als Schwindel erweist, so die repräsentative Studie.

Nur aus Liebe wollen der Umfrage zufolge vor allem die 18- bis 29-jährigen Frauen heiraten (62 Prozent). "Die älteren Altersgruppen scheinen hier etwas desillusioniert", urteilt der Sender. "Unter den Frauen ab 50 Jahren käme dies nur für 31 Prozent infrage."

Hier geht es zur Bilderstrecke: "Catch the Millionaire" 2013: 18 Damen stellen sich vor

(dpa)