Berlin: Sender setzen auf Luther und neue Serien

Berlin : Sender setzen auf Luther und neue Serien

Zu den Höhepunkten des Fernsehjahres zählen etliche Filme über den Reformator, aber auch Spektakel wie "Babylon Berlin".

Neues Jahr, neues Fernsehprogramm. Aber wie viel Neues und Sehenswertes bietet das TV-Jahr 2017 wirklich? Ein Blick auf die Höhepunkte der kommenden Monate zeigt: In diesen bewegten Zeiten haben politische und gesellschaftsrelevante Aspekte Vorfahrt. Die Frage, ob Angela Merkel bei den Bundestagswahlen im September wieder Kanzlerin wird, das Jubiläum zu 500 Jahren Reformation sowie Themen wie der Umgang mit den Flüchtlingen oder die wachsende soziale Kluft stehen ganz oben auf der Agenda. Das erste echte Spektakel des Fernsehjahres ist aber traditionsgemäß das allseits beliebte Dschungelcamp: Die neue Staffel der Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" startet am 13. Januar auf RTL.

Stichwort Reformation: 1517 soll Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg genagelt haben, viele große Filme erinnern daran. Im Ersten spielt Devid Striesow am 15. Februar im Historienfilm "Katharina Luther" den Reformator, der ZDF-Zweiteiler "Himmel und Hölle" mit Maximilian Brückner als Luther schildert die Anfänge der Reformation. Sat.1 beteiligt sich mit dem Eventfilm "Die Ketzerbraut", der Adaption eines zur Reformationszeit spielenden Romans von Iny Lorentz ("Die Wanderhure"), am großen Jubiläum. Für beide Filme gibt es noch keinen genauen Sendetermin. "Woran glaubst du?" lautet im Jubiläumsjahr auch das Motto der ARD-Themenwoche im Herbst.

Außerdem rollt im neuen Jahr eine Serienoffensive auf die Zuschauer zu. Die ARD-Krankenhaussaga "Charité" über die berühmte Berliner Klinik Ende des 19. Jahrhunderts kommt 2017 endlich ins Fernsehen, Regie führte Sönke Wortmann. Das ZDF setzt unter anderem auf die Miniserie "Der gleiche Himmel" mit Tom Schilling. Das Spionagedrama spielt im geteilten Berlin der 70er Jahre. Als großes Fernsehereignis wird schon im Vorfeld Tom Tykwers sündhaft teure Serie "Babylon Berlin" gehandelt. Die ARD zeigt die Adaption der populären Kriminalromane von Volker Kutscher zwar erst 2018, der koproduzierende Bezahlsender Sky strahlt sie aber bereits 2017 aus.

Apropos Pay TV: Die frei empfangbaren Sender müssen sich 2017 auf eine weitere Offensive der Streamingdienste gefasst machen. So will Netflix in diesem Zeitraum stolze 20 neue Eigenproduktionen an den Start bringen, und Amazon Originals startet zehn neue Serien - allen voran "You are Wanted" von und mit Kinostar Matthias Schweighöfer.

Zu den Themen Politik und Gesellschaft ist vom ambitionierten Drama bis zum Dokutainment alles im Programm vertreten. Die zweiteilige ZDF-Romanverfilmung "Landgericht" (30. Januar) befasst sich mit dem Ende der NS-Ära und der Nachkriegszeit. Im ARD-Zweiteiler "Brüder" arbeitet von zwei Freunden einer für den Verfassungsschutz, ein anderer gerät in islamistische Kreise. RTL plant mit "Zahltag" ein TV-Experiment, das polarisieren wird: Sozialhilfeempfänger sollen 25.000 Euro erhalten, um sich eine Existenz aufzubauen, dabei berät sie ein Team um den Ex-Bürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln, Heinz Buschkowsky.

Und was ist mit dem Liebling der Zuschauer, dem "Tatort"? Auch da schlagen sich die Themen nieder, die vielen unter den Nägeln brennen. Der neue Fall aus Franken mit Dagmar Manzel und Fabian Hinrichs etwa thematisiert fremdenfeindliche Übergriffe. Außerdem wird der neue Schwarzwald-"Tatort" mit Harald Schmidt im Frühjahr gedreht und im Laufe des Jahres gezeigt, aus Ludwigshafen kommt die Folge "Babbeldasch", der erste komplett improvisierte "Tatort".

(RP)
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