Nach Interview mit Christian Wulff: Schausten sagt Talkauftritt bei Lanz ab

Nach Interview mit Christian Wulff : Schausten sagt Talkauftritt bei Lanz ab

Die Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudio, Bettina Schausten, hat ihren Auftritt in der ZDF-Talksendung von Markus Lanz abgesagt. Schausten war wegen ihrer Äußerungen im TV-Interview mit Bundespräsident Christian Wulff verspottet worden.

Wie eine ZDF-Sprecherin auf dapd-Anfrage sagte, müsse Schausten aus "aktuellen Gründen" in Berlin bleiben und könne für die Sendung am Dienstag nicht in Lanz Studio nach Hamburg kommen. Die Journalistin sollte in der Lanz-Sendung am Dienstag, in der die Wulff-Affäre thematisiert wird, auftreten.

Stattdessen wird sich Lanz mit dem Politikberater und Journalist Michael Spreng, der Ex-Politikerin Heide Simonis, dem Schauspieler Heiner Lauterbach und dem Kabarettist Mathias Richling begnügen müssen.

Spott im Internet

Schausten hatte zusammen mit ihrem Kollegen Ulrich Deppendorf das umstrittene Fernsehinterview mit Wulff geführt und dort auf eine Gegenfrage des Bundespräsidenten gesagt, sie würde für die Übernachtung von Freunden 150 Euro verlangen. Daraufhin hatte die Netzgemeinde Hohn und Spott über sie ausschüttet.

Beim Fernsehinterview kam es zu folgendem kurzen Wortwechsel:

Wulff: "[...] Und deswegen stehe ich zu diesen sechs Urlauben bei Freunden auf Norderney oder fünf, sechs Tage dort in Italien oder sieben Tage bei Freunden, mit den Freunden zusammen zu kochen, zu frühstücken, im Gästezimmer zu schlafen. Da erhebe ich auch keine Rechnung, wenn mich die Freunde hier in Berlin besuchen."

Schausten: "Aber da hätten Sie natürlich auch sagen können: Ich gebe Euch mal pro Nacht 150 Euro. Sowas. Was spricht dagegen eigentlich?"

Wulff: "Machen Sie das bei Ihren Freunden so?"

Schausten: "Ja."

Wulff: "Dann unterscheidet Sie das von mir im Umgang mit den Freunden."

Das führte zu heftigen Reaktionen im Netz. Die Facebook-Gruppen "Fr. Schausten muss ihre bezahlten Übernachtungen bei Freunden offenlegen" und "Übernachte bei Bettina Schausten" hatten in kürzester Zeit mehrere Tausend Freunde.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Januar 2012: Bundespräsident Wulff im TV-Interview

(APD)
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