Sandra Maischberger zu Wahl in USA 2018: „Ich mag Trump ja auch nicht, aber ...“

TV-Talk „Maischberger“ zu Midterms: „Ich mag Trump ja auch nicht, aber ...“

Nach den Kongresswahlen fragt Sandra Maischberger: „Was macht Trump, wie reagiert die Welt?“ Es entsteht eine Diskussion über die Persönlichkeit des US-Präsidenten, der in der Runde immerhin einen halben Fürsprecher hat.

Darum ging’s

Die Midterm-Wahlen in den USA sind vorbei. Die Demokraten haben die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewonnen, die Republikaner dominieren weiterhin den Senat. Sandra Maischberger will in ihrer Sendung klären, wie es nun mit der Präsidentschaft Donald Trumps weitergeht und ob eine Zusammenarbeit mit den Demokraten möglich ist.

Darum ging’s wirklich

Wie schlimm die Persönlichkeit Trumps ist. Dabei geht es vor allem um die Schärfe der Begrifflichkeiten. Ist der US-Präsident nur etwas autoritär oder ein gefährlicher Autokrat? Ist er ein guter „Dealmaker“ oder tut er nur so? Diskutiert wird auch, wie groß der Anteil Trumps am gewalttätigen Klima in den USA ist.

Gäste

  • Klaus von Dohnanyi (ehemaliger SPD-Politiker)
  • Gayle Tufts (deutsch-amerikanische Entertainerin)
  • Helene von Damm (ehemalige US-Botschafterin in Österreich)
  • Julian Reichelt („Bild“-Chefredakteur)
  • Midterm-Wahlen 2018: US-Demokraten gewinnen Mehrheit im Repräsentantenhaus
  • Klaus Brinkbäumer („Spiegel“-Autor)

Bemerkenswertester Gast

Die ehemalige US-Botschafterin in Österreich, Helene von Damm, ist aus den USA zugeschaltet. Sie ist langjöhrige Republikanerin und war Mitarbeiterin Ronald Reagans während seiner Präsidentschaft. Sie hat Präsident Trump nicht gewählt, sondern wird von Maischberger mit dem Satz zitiert: „Ich habe ein Glas Whiskey getrunken und dann für Hillary Clinton gestimmt“. Sie erzählt vom Streit mit ihren Freunden, die zu großen Teilen Anhänger Trumps sind.

Frontverlauf

Im Grundsatz ist sich die Runde relativ einig. Niemand hält Donald Trump für einen guten Präsidenten. Damit eine Diskussion entsteht, begibt sich Julian Reichelt in die Verteidiger-Rolle. „Ich mag Trump ja auch nicht, aber…“ wird zu seinem Standardsatz. Reichelts Kernbotschaft ist, dass bei der Bewertung des US-Präsidenten Sympathien eine zu große Rolle spielten. Bei Obama sei dafür vieles zu unkritisch gesehen worden. Damit gelingt es ihm vor allem, Entertainerin Gayle Tufts gegen sich aufzubringen.

Die Diskussion entzündet sich daran, wie viel Negatives dem US-Präsidenten wirklich zuzuordnen ist. Der ehemalige SPD-Politiker Klaus von Dohnanyi spricht bei Trump von der Persönlichkeit eines autoritären Herrschers. Reichelt kontert: „Er hat sich dieser Midterm-Wahl gestellt.“ Tufts deutet an, dass Trump die Gewalt in den USA weiter anheizt. Reichelt sagt: „Die Anschläge sind der übliche Wahnsinn in den USA. Das ist nichts Neues.“ Spiegel-Journalist Klaus Brinkbäumer sieht ein Klima der Angst im Weißen Haus. Reichelt antwortet: „Ob Donald Trump ein guter Chef ist, ist schwer zu sagen.“

Hin und wieder verlässt Reichelt dann aber doch die selbstgewählte Rolle. Dann fallen Sätze wie: „Journalisten als Feinde des Volkes zu bezeichnen, ist eine Rhetorik, die ich persönlich zutiefst verabscheue.“ Denn im Grund herrscht über einen Punkt Einigkeit. Trump hat dem politischen Klima der USA nicht geholfen, er ist aber auch nicht der Alleinschuldige an den negativen Entwicklungen im Land.

Satz des Abends

„Die Geschichte des Landes gründet auf Gewalt.“ Klaus Brinkbäumer über ein altes Problem der USA.

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