1. Panorama
  2. Fernsehen

Zeitung berichtet von bevorstehendem Geschäftsabschluss: Saban wird ProSiebenSat.1 möglicherweise doch übernehmen

Zeitung berichtet von bevorstehendem Geschäftsabschluss : Saban wird ProSiebenSat.1 möglicherweise doch übernehmen

München (rpo). Der US-Medienunternehmer Haim Saban und die ProSiebenSat.1 Media AG finden offenbar doch noch zusammen. Einem Zeitungbericht zufolge will der US-Unternehmer bis Dienstag ein endgültiges Übernahmeangebot machen.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, zeigten sich am Wochenende alle Beteiligten optimistisch, dass es in Kürze zu einem erfolgreichen Abschluss der Gespräche kommt. Saban habe am Sonntag ein neues Angebot vorgelegt, das die Banken als "sehr seriös" einstuften. Erste Gespräche über den Verkauf der Senderfamilie an Saban waren Anfang Juni gescheitert.

Laut "Süddeutscher Zeitung" hatte Saban es damals nicht geschafft, rechtzeitig Investoren aufzutreiben. Dieses Mal habe der US-Unternehmer fünf Investmenthäuser und eine internationale Großbank an seiner Seite. "Wenn Saban uns eine solide Finanzierung nachweist und das Geld sofort fließt, dann läuft der Deal, sonst läuft er nicht", sagte der Vorstandschef der Bayerischen Landesbank, Werner Schmidt, der Zeitung.

Wie das Blatt meldete, will Saban im Einzelnen mehr als 500 Millionen Euro für ein Paket von 36 Prozent Stammaktien bezahlen, die Kirch Media direkt an der ProSiebenSat.1 Media AG besitzt. Das entspräche einem Preis von mindestens sieben Euro je Aktie. Damit besäße Saban auf einen Schlag 72 Prozent der stimmberechtigten Aktien und könnte somit den TV-Konzern steuern. In einem zweiten Schritt wollen Saban und seine Partner laut "Süddeutscher Zeitung" für 200 Millionen Euro weitere 14,2 Prozent der Stammaktien kaufen, die derzeit bei der Kirch-Media-Tochter Taurus TV liegen. Hinzu kämen 280 Millionen Euro für eine Kapitalerhöhung bei der ProSiebenSat.1-Gruppe.

Am Dienstag tagt nach Angaben des Blattes der Gläubigerausschuss der Kirch Media, in dem die Bayerische Landesbank und die anderen Gläubigerbanken vertreten sind. Laut Schmidt könnten der Ausschuss und Insolvenzverwalter Michael Jaffé vorbehaltlich der erforderlichen Detailprüfung dem Angebot von Saban bereits zustimmen.

Wenn das Geschäft klappen solle, müsse es jetzt schnell gehen, sagte Schmidt der Zeitung und fügte hinzu: "Binnen einer Woche könnte der Verkauf perfekt sein, wir lassen uns nicht mehr auf ein monatelanges Gefeilsche ein." Solle das Geschäft erneut scheitern, würden die Banken und Kirch Media ihren "Plan B" weiter umsetzen und mit einer gemeinsamen Kapitalerhöhung von 300 Millionen Euro die Senderfamilie selbst stabilisieren.