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Neuer ProSiebenSat1-Besitzer fordert Ausgewogenheit: Saban kritisiert Nahost-Berichterstattung

Neuer ProSiebenSat1-Besitzer fordert Ausgewogenheit : Saban kritisiert Nahost-Berichterstattung

Berlin (rpo). Der neue Eigentümer von ProSiebenSat1 und US-Milliardär, Haim Saban, kritisiert die europäische Berichterstattung über den Nahostkonflikt. Die TV-Nachrichten seien zu einseitig.

In Europa werde der israelisch-arabische Konflikt grundsätzlich "extrem einseitig" dargestellt, sagte der 58-Jährige der "Welt am Sonntag". "Ich sage meinen Leuten, dass ich keine Absicht habe, mich journalistisch einzumischen. Aber sie müssen ausgewogen bleiben. Sie müssen beide Seiten darstellen. Denn das ist, was der Zuschauer will", sagte Saban. "Darüber hinaus werde ich mich vollständig von der politischen Szene in Deutschland fern halten", fügte er hinzu. Saban wurde als Sohn einer jüdischen Familie in Ägypten geboren. Seine Familie wanderte nach dem Suezkrieg nach Israel aus als er zwölf Jahre alt war.

Saban, der seit 1983 in den USA lebt, will sich für die Verbesserung der Beziehung zwischen Hollywood und seinen Sendern einsetzen. "Es wird also mein Job sein sicherzustellen, dass die Beziehung zwischen Hollywood und ProSiebenSat1 verstärkt und neu aufgebaut wird. Vor allem vor dem Hintergrund, dass wir Kirchs Filmbibliothek nicht besitzen." Das heiße aber nicht, "dass wir jetzt den Äther mit US-Blockbustern füllen. Aber wir müssen sicherstellen, dass ProSiebenSat1 die neuesten Formate bekommt."

Unverständnis äußerte Saban in dem Interview darüber, dass die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland Werbung senden dürfen. Es könne nicht sein, dass die aus Gebühren finanzierten Sender "den privaten Sendern, die sich nur aus Werbung finanzieren, 400 bis 500 Millionen Euro" wegnehmen. Er werde ARD und ZDF einen Tausch anbieten. "Die privaten Sender könnten einige öffentliche Aufgaben übernehmen. Sie könnten beispielsweise für zwei Stunden in der Woche am Samstag- oder Sonntagmorgen Erziehungssendungen zeigen, wenn die Kinder zu Hause sind. Dafür überlassen uns die öffentlichen Sender ihre Werbung." Darüber werde er mit dem ARD-Vorsitzenden Jobst Plog und dem ZDF-Intendanten Markus Schächter reden.