Polizeiruf: So war der Fall aus Rostock mit Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau

TV-Kritik : Rostocker „Polizeiruf“ ohne Happy End

Im Rostocker „Polizeiruf“ gab es am Sonntagabend kein Happy End. Trotzdem war es - wie immer aus Rostock - ein Krimi der ganz besonderen Sorte. Unsere TV-Kritik.

  • Worum ging es: Der dubiose Unternehmer Michael Norden (Tilman Strauß) will alles anders machen als sein verarmter Vater, zu dem er nie ein gutes Verhältnis hatte. Mit dem Geld verdienen funktioniert es lange gut, mit dem eigenen Sohn eher nicht. Als Norden finanziell in Schieflage gerät und auf seinem Grundstück ein alter Bekannter stirbt, flieht er. Schnell wurde klar, im Polizeiruf „Rostocks Söhne“ gibt es kein Happy End. Nicht für die Väter, nicht für die Söhne.
  • Was war gut: Wie eigentlich immer war der ARD-Krimi glänzend besetzt. In den Nebenrollen überzeugten Katharina Behrens als überforderte alleinerziehende Mutter und Oskar Belton als Sohn, der ohne Vater aufwächst und das Elend förmlich anzuziehen scheint. Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau sind neben Harald Krassnitzer und Adele Neuhaus aus Wien sowieso das stärkste Duo am Sonntagabend. Der Fall blieb bis zuletzt spannend, erst langsam wurden die wahren Hintergründe des Dramas offenbar.
  • Was war nicht so gut: Allmählich sollten die Autoren wieder mutigere Schritte machen. Was wird aus der zarten Romanze der beiden Hauptkommissare? Welche Folgen hat Königs Falschaussage vor Gericht wirklich? Hoffentlich macht der Rostocker „Polizeiruf“ nicht denselben Fehler wie vor einigen Jahren der Kieler „Tatort“. Dort wurde die Romanze zwischen Kommissar Borowski und Psychologin Jung auf derart kleiner Flamme gekocht, dass das Ende eine Enttäuschung werden musste.
  • Schalten wir wieder ein: Ja. Die Rostocker Fälle gehören zu den selten gewordenen Krimi-Highlights am Sonntagabend. Bei einigen Handlungssträngen sollte allerdings wieder etwas mehr Tempo rein. Sonst droht Langeweile.