Polizeiruf 110 aus München: Starkes Debüt für Verena Altenberger

Münchner „Polizeiruf 110“ : Starkes Debüt für Streifenpolizistin

Die neue Ermittlerin im Münchner „Polizeiruf“ überzeugt – ihr erster Fall auch. Nur eine Sache hätte noch besser gemacht werden können.

Worum ging es? Der Teenager Polou (Dennis Doms) wird aufgegriffen, er ist stark verwahrlost und wurde anscheinend misshandelt und gefangen gehalten. Die Neue im Münchner „Polizeiruf“, Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff (Verena Altenberger), nimmt sich in ihrem ersten Fall seiner an und begibt sich mit dem Teenager sogar in eine Hypnose, um sein Rätsel zu lösen.

Wie war es? „Der Ort, von dem die Wolken kommen“ ist ein starkes Debüt in der „Polizeiruf“-Reihe. Regisseur Florian Schwarz führt den Zuschauer clever durch Traum- und Realitätsebenen. Und der Fall ist wirklich spannend, manchmal richtig zum Gruseln.

Wie ist die Neue? Der Münchner Kommissar von Meuffels (Matthias Brandt), der nach sieben Jahren im „Polizeiruf 110“ seinen Hut nahm, war ein Feingeist und Grübler, melancholisch und etwas menschenscheu. Seine Nachfolgerin Bessie ist das komplette Gegenteil: Sie ist eine Kümmerin, humorvoll und sehr emotional. Sie muss sich aber in ihrem ersten Fall auch den Dämonen ihrer Kindheit stellen.

Woher kennt man die Hauptdarstellerin? Verena Altenberger, 31 und aus Österreich, spielte in der RTL-Serie „Magda macht das schon“ die Hauptrolle.

Gab es Schwachpunkte? Die Geschichte der Eltern der eingesperrten Kinder blieb nur angerissen: Ein Schweizer Waffenhändler täuscht seinen Tod vor und zeugt mit seiner Tochter mehrere Kinder. Die Familie lebt hinter hohen Mauern, von der Außenwelt abgeschirmt. Auch wie Polou die Flucht gelang, bleibt außen vor. Aber das war nicht wirklich schlimm – lieber spannend und ein paar offene Fragen, als am Ende alle Antworten schön drapiert auf dem Silbertablett serviert zu bekommen.

Warum geht die Neue ihren Weg? Der Bayerische Rundfunk schickt keine Kommissarin ins Rennen, sondern eine Polizeioberkommissarin im höheren Dienst. Sie geht mit ihren Kollegen Streife und ist damit ein „Streifenhörnchen“, wie sie selbst sagt. Serien wie „Großstadtrevier“ setzen auf dieses Personal, das wird in dem Fall auch angesprochen. Streifenpolizisten sind aber im Sonntagabendkrimi häufig nur Beiwerk, doch die Konstellation mit Bessie und ihren beiden Kollegen Cem (Cem Lukas Yeginer) und Kollege Maurer (Andreas Bittl) ist vielversprechend.

Der beste Dialog? Cem fragt Polou auf Französisch, ob er Syrer sei. „Sieht er etwa aus wie der kleine Muck?“, faucht Maurer.

Mehr von RP ONLINE