"Das Schrecklichste, was es gibt": Ochsenknecht beklagt Quotendruck im Fernsehen

"Das Schrecklichste, was es gibt" : Ochsenknecht beklagt Quotendruck im Fernsehen

Osnabrück (rpo). "Dieser Quoten-Hype ist das Schrecklichste, was es momentan gibt im deutschen Fernsehen." Schauspieler Uwe Ochsenknecht leidet unter den Realitäten des modernen Medienbetriebs. Der Einschaltquoten-Druck ist für Ochsenknecht schuld am miesen Niveau auf der Mattscheibe.

Im Ergebnis hätten oft ganz schlechte Filme aus irgendwelchen Gründen die beste Quote. "Und diejenigen, die wirklich gut sind, in denen Herzblut steckt, für die man sich wirklich Mühe gegeben hat, landen unter ferner liefen", beklagte der 48-Jährige gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe). Am Mittwoch (20.15 Uhr) ist Ochsenknecht im ARD-Film "Engelchen flieg!" als Vater eines schwerstbehinderten Mädchens zu sehen.

Dass der Quotendruck auch die öffentlich-rechtlichen Sender voll erfasst hat, ist für den Schauspieler ein kulturpolitischer Aspekt. "Da wird von oben gesagt: Wenn die keine Quote machen, dann machen wir den Laden zu oder privatisieren ihn." Obwohl er viele Dokumentationen und gute Filme gerne sehe, störe ihn der "verstaubte seriöse Touch im negativen Sinne", der die öffentlich-rechtlichen Sender, oft auch zu Unrecht, umgebe.

"Wenn man da mal eine Taxi-Quittung einreicht, dann geht die zum Abzeichnen durch fünf Büros, bevor man irgendwann sein Geld bekommt. Da reitet der Büroschimmel schon extrem langsam, während es bei den anderen ganz schnell geht", berichtete Ochsenknecht. Das gelte auch fürs Programm: "Die gute Mischung, die fehlt: schnell und frisch, aber trotzdem seriös".

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