Berlin: Nutzer sollen Handlung bestimmen

Berlin: Nutzer sollen Handlung bestimmen

Netflix lässt derzeit testweise Zuschauer entscheiden, welche Version einer Sendung sie sehen wollen.

Netflix gibt Nutzern aktuell testweise die Möglichkeit, den Handlungsverlauf in Sendungen mitzubestimmen. Zunächst wurde bei einigen Kinderserien damit experimentiert, Zuschauer zwischen alternativen Wendungen entscheiden zu lassen. Demnächst sollen solche interaktiven Elemente auch in Erwachsenen-Programmen ausprobiert werden, kündigte Netflix-Produktchef Greg Peters an.

"Wir wollen herausfinden, wie Interaktivität bei Erwachsenen funktioniert", sagte Peters. Möglicherweise wollten sie sich auch nur im Wohnzimmer entspannen und nicht mit ihrem Fernseher interagieren. "Wir kennen die Antwort noch nicht." Eine Möglichkeit für die Zukunft wäre auch, verschiedenen Nutzern gleich unterschiedliche Varianten einer Sendung zu präsentieren, ohne dass sie selbst etwas entscheiden müssten. "Eventuell wollen Erwachsene nichts selber aussuchen, aber vielleicht wird diese Idee eines personalisierten Geschehens funktionieren". Das Ganze sei zugleich noch sehr spekulativ, schränkte Peters ein.

Im Kinderprogramm habe der Online-Videodienst immerhin die Erfahrung gemacht, dass sich Zuschauer zum Teil deutlich länger mit interaktiven Sendungen beschäftigten, weil sie noch die verschiedenen Entwicklungs-Möglichkeiten durchspielten.

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Netflix könnte auch ausprobieren, Inhalte auf dem Smartphone im Hochformat zu zeigen, sagte Peters. "Wir versuchen gerade herauszufinden, wie man damit auf die richtige Art experimentieren kann."

Mit Blick auf eine weitere Verbesserung der Bildauflösung über das heutige 4K-Format (auch Ultra-HD genannt) hinaus - mit dem vor allem in Japan favorisierten 8K-Video - zeigte sich der Netflix-Produktchef dagegen skeptisch. "Man muss zum Beispiel einen riesengroßen Fernseher haben, um einen Vorteil erkennen zu können. Ich würde unsere Zeit und Energie lieber dafür aufwenden, an besseren Farben, Helligkeit, Bildwiederholungsraten und sichtbaren Darstellungsfehlern zu arbeiten."

Die Diskussion darüber war aufgekommen, weil japanische Elektronikkonzerne und Sender 8K-Übertragungen mit 16 Mal mehr Bildpunkten als beim klassischen Full-HD zu den Olympischen Spielen 2020 etablieren wollen.

(dpa)
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