Eklat bei Maischberger: Nina Hagen: Provokation als Prinzip

Eklat bei Maischberger : Nina Hagen: Provokation als Prinzip

Mit ihrem Auftritt in der Talkshow von Sandra Maischberger hat Nina Hagen wieder einmal für einen Eklat gesorgt. Was für andere ein Skandal wäre, ist für die 52-Jährige allerhöchstens ein Skandälchen. Für Nina Hagen ist die Provokation Berufung.

Eine Dreiviertelstunde lang hörte sich Wissenschaftsmoderator Joachim Bublath ("Knoff-Hoff-Show") in der Maischberger-Show am Dienstagabend an, was Nina Hagen von ihrer angeblichen Begegnung mit Außerirdischen zu erzählen hatte: Vor mehr als 25 Jahren will sie ein Ufo über Malibu gesehen haben. Dann wurde es ihm zu viel. Bublath verließ unter Protest das Studio.

"Nina, ich habe das Gefühl, dass in deinem Kopf viel durcheinander geht", kommentierte Maischberger Bublaths Abgang. Es sei bedauerlich, dass sie einen Gast verloren habe, "weil du ihn die ganze Zeit angeschrien hast". Fernsehdeutschland ist um ein Skandälchen reicher.

Für Nina Hagens Verhältnisse ist dieser Eklat eher harmlos. Die 52-Jährige liebt es, zu schocken. Im Grunde provoziert sie keine Skandale, sondern ist selbst der Skandal: Ihr ganzer Lebenswandel ist konsequent so abgedreht, dass Normalbürger nur staunen können.

1979 sorgt Nina Hagen in der österreichischen Talkshow "Club 2" für einen Skandal, indem sie anschaulich vorführt, wie Frauen masturbieren. 1987 heiratet die 32-jährige Hagen einen 17-jährigen Punkmusiker. Die Ehe hält nur eine Woche. Ihre esotherischen Anwandlungen gipfeln in den Namen ihrer Kinder: Tochter Cosma Shiva (26) verdankt ihren ersten Vornamen einer Ufo-Sichtung während der Schwangerschaft. Shiva heißt sie nach der gleichnamigen hinduistischen Gottheit. Der Name ihres Sohnes Otis wirkt dagegen geradezu schlicht.

Ein bürgerliches Leben lag ihr nie, und dafür war sie wohl auch nicht prädestiniert. 1955 in Ost-Berlin geboren, wuchs Nina Hagen in der Künstler-Szene auf. Ihre Mutter ist die Schauspielerin Eva-Maria Hagen, ihr Vater der Drehbuchautor Hans Hagen. Ihr Ziehvater wurde Liedermacher Wolf Biermann.

Nina Hagen wollte wie ihre Mutter Schauspielerin werden, schaffte aber die Aufnahmeprüfung der Schauspielschule nicht. Mit dem Singen klappte es besser. Sie war zuerst in der DDR, nach ihrer Ausbürgerung 1976 auch in Westdeutschland erfolgreich. Schrill war sie schon damals - und auch das Provozieren lag ihr immer.

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