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Nie mehr wie immer: Starkes Drama auf ARD

München : Das langsame Sterben einer Ehe

"Nie mehr wie immer" ist ein starkes Drama mit dem Ehepaar Selge und Walser.

Große Sternstunden sind selten im deutschen Fernsehen, doch heute ist es mal wieder soweit: Das Erste zeigt das Ehepaar Edgar Selge (66) und Franziska Walser (62) in dem herausragenden Drama "Nie mehr wie immer".

Auch im Film spielen die Schauspieler ein Ehepaar. Er erzählt die Geschichte von Melanie (Walser) und Walter (Selge), die zurückgezogen in einer Villa leben und einen eingefahrenen, aber vordergründig zufriedenen Alltag leben.

Melanie verlässt aufgrund einer Lichtunverträglichkeit das Haus nur selten, doch die beiden scheinen sich eingerichtet zu haben in der pastellfarbenen Abgeschiedenheit, die Sicherheit suggeriert. Doch dann passieren merkwürdige Dinge. Eine unheimliche Frau taucht auf dem Grundstück auf, jemand bricht in das Haus ein und Walter verhält sich immer merkwürdiger.

Er wird zunehmend panisch - vor allem, nachdem er einen Zettel gefunden hat mit der Aufschrift "Brennen sollst Du" und das Ehepaar erfährt, dass die Tochter ihrer ehemaligen Haushälterin sich umgebracht hat. Schnell wird klar, dass ihn eine furchtbare Schuld plagt, von der er sich durch ein wiederholtes Bad im Schwimmteich frei machen will.

Es sind Details wie diese, die aus dem Drama Filmkunst machen. Den Rest erledigen die hervorragenden Schauspieler, die in einer Art Kammerspiel das langsame Sterben einer Ehe durch Schweigen, Misstrauen, durch abgründige Geheimnisse und eine unbekannte Bedrohung eindringlich inszenieren.

Selge wünscht sich, der Zuschauer möge die Geschichte nicht nur auf Walter und sein Geheimnis reduzieren, sondern sie als Parabel empfinden, sagte er. Eine Parabel, "die ihm Platz lässt für seine eigenen schmerzhaften Einsamkeitserfahrungen, wie sie speziell während langjähriger Beziehungen entstehen können". Ähnlich sieht das auch seine Frau: "Mir war wichtig zu zeigen, dass diese Geschichte eine Übersetzung ist für Aufgaben und Probleme, die in langen Beziehungen entstehen können", sagt sie. "Das Verharren in einer unglücklichen Beziehung, ohne Konsequenzen daraus zu ziehen - weil die Angst vor dem Unbekannten größer ist als das Aushalten des bekannten Unglücks."

"Nie mehr wie immer", ARD, 20.15 Uhr

(dpa)