Hamburg: Nannen-Preis für Arbeit türkischer Journalistin

Hamburg: Nannen-Preis für Arbeit türkischer Journalistin

Die Nominierten stehen fest, die Nannen-Preisverleihung steht bevor: Heute trifft sich auf Einladung des Magazins "Stern" die Medienbranche in Hamburg, um die besten Beiträge aus Print- und Internetjournalismus sowie der Fotografie zu feiern. Die in mehreren Kategorien vergebenen undotierten Preise erinnern an "Stern"-Gründer Henri Nannen.

Eine auszuzeichnende Journalistin steht schon fest: Den Sonderpreis für ihre außerordentliche Leistung erhält die türkische Fernsehmoderatorin Banu Güven, die seit 2014 für den kurdischen TV-Sender IMC arbeitete. Im September 2016 wurde der Sender von der Polizei wegen seiner angeblichen Nähe zu Terrororganisationen geschlossen. Güven und weitere 130 Mitarbeiter des Senders verloren ihre Arbeit.

"Wir wollen hiermit ein Zeichen setzen, dass wir stellvertretend durch Frau Güven die Journalisten in der Türkei nicht vergessen haben, die unter den abenteuerlichsten Bedingungen und unter großer staatlicher Repression arbeiten müssen", sagte "Stern"-Chefredakteur Christian Krug. Güven mache "mit bemerkenswertem Mut" weiter, etwa mit einem Podcast auf Facebook.

Durch die Veranstaltung führt "Tagesthemen"-Moderatorin Caren Miosga. Für die Preis-Kategorien Reportage, Investigative Leistung, Dokumentation, Web-Projekt, Reportage-Fotografie und Inszenierte Fotografie waren knapp 1000 Arbeiten eingereicht worden.

(dpa)