Ehemalige NDR-Filmchefin: Nächste Runde in Drehbuch-Affäre um Doris Heinze

Ehemalige NDR-Filmchefin : Nächste Runde in Drehbuch-Affäre um Doris Heinze

In der Drehbuchaffäre um Doris Heinze ficht die Staatsanwaltschaft das Urteil an. Die frühere NDR-Fernsehspielchefin musste nicht ins Gefängnis, wie es die Ankläger forderten, sondern ist auf Bewährung frei. Nun muss der Bundesgerichtshof (BGH) entscheiden.

Für die frühere NDR-Fernsehspielchefin Doris Heinze, die wegen ihrer Drehbuch-Affäre zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden ist, ist das Verfahren noch nicht beendet. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat Revision gegen das am 8. Oktober gefällte Urteil eingelegt, wie eine Sprecherin der Anklagebehörde am Mittwoch bestätigte. Die 63-Jährige war zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung wegen Bestechlichkeit und Betrugs in Tateinheit mit Untreue verurteilt worden.

Die Wirtschaftsstrafkammer des Hamburger Landgerichts war mit ihrem Urteil unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft geblieben.
Ihrem Willen nach sollte Heinze für drei Jahre ins Gefängnis. Die Ankläger haben nach Erhalt der schriftlichen Urteilsbegründung, die ihr noch nicht vorliegt, einen Monat Zeit, Gründe für ihre Anfechtung darzulegen. Über die Revision, bei der Rechtsfragen behandelt werden, entscheidet der BGH.

Die TV-Macherin hatte im Prozess zugegeben, unter den Pseudonymen "Marie Funder" und "Niklas Becker" Drehbücher von sich und ihrem Ehemann beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) eingeschleust zu haben. Die Affäre um die als mächtig und einflussreich geltende NDR-Fernsehspielchefin Heinze war 2009 ans Licht gekommen. Auch die Geldstrafen gegen den Ehemann (3240 Euro) wegen Beihilfe zur Bestechlichkeit sowie gegen eine mitangeklagte Filmproduzentin (2100 Euro) wegen Bestechung will die Staatsanwaltschaft überprüfen. Sie hatte für beide Bewährungsstrafen gefordert.

Die frühere Fernsehspielchefin war in ihrer Funktion unter anderem für die "Tatort"-Krimis aus Hamburg, Hannover und Kiel sowie für Serien wie "Polizeiruf 110" verantwortlich. Das Gericht sah in ihr die treibende Kraft in einer wirtschaftlichen Dreiecksbeziehung - zwischen der Fernsehspielchefin, ihrem Ehemann als Drehbuchautor und der Filmproduzentin. Heinzes Verteidiger hielt eine Bewährungsstrafe von sieben Monaten für angemessen, zeigte sich mit dem Urteilsspruch für seine Mandantin aber zufrieden.

(dpa)