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Nachlese zum "Tatort: Verschwörung": Zwei, die sich immer lohnen

Nachlese zum „Tatort: Verschwörung“ : Zwei, die sich immer lohnen

Der neue „Tatort“ aus Wien hieß „Verschwörung“ und drehte sich um Intrigen, Vetternwirtschaft in der Politik sowie um zwei Morde. Die Geschichte hätte wohl nicht nur in Österreich funktioniert.

Worum ging es? Ein ranghoher Mitarbeiter des Innenministeriums läuft in sengender Wiener Hitze durch den Wald – er halluziniert, phantasiert von zähnefletschenden Hunde, bricht zusammen und stürzt einen Abhang hinunter. Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) werden hinzugerufen. An einen Herzinfarkt oder etwas in der Art glauben die beiden Ermittler nicht, schließlich war der Mann „pumperlgsund“ (Zitat), und im Blut des Joggers wird ein Dopingmittel gefunden. Bei ihrer Ermittlung rennen die beiden gegen diverse Wände, immer wieder scheint es, als wollten Menschen verhindern, dass hier weiter ermittelt wird. Das geht sogar so weit, dass Eisners bereits zugesagtes Jahr in Den Haag bei der Antikorruptionsbehörde wieder abgesagt und ihm die Dienstmarke abgenommen wird. Doch jetzt beißt Eisner sich erst recht fest.

Worum ging es wirklich? In erster Linie um das liebevolle, zwischen Kollegialität und Freundschaft und ein bisschen mehr changierende Verhältnis der beiden Kommissare, die sich beieinander wohnen lassen, wenn die Wohnung einen Wasserschaden hat, die ohne Probleme ein altes Ehepaar spielen können und die sich nur noch halb vollständig fühlen, wenn der Andere ein Jahr ins Auslang gehen will. Und dann um den fiesen Wiener Filz inklusive Regierungs- und Staatsgeldermauschelei, Abzocke und Immobilienskandal.

Was war gut? Eisner und Fellner zusammen sind immer hervorragend und lohnen jedes Gucken. Die Locations waren sehr sehenswert – der Steinbruch, der Wiener Wald, die schicken Schwarz-Weiß-Häuser der fiesen Kerle. Die Handlung drumherum war allerdings doch etwas voll geraten. Wirklich übel nehmen kann man es den Wienern dennoch nicht.