Nachlese zum "Tatort" mit Lena Odenthal: Wenig Spannung zum Jubiläum

„Tatort“-Nachlese : Wenig Spannung zum Jubiläum

Es ist ihr 70. Fall, und der führt Kommissarin Lena Odenthal zurück zu einem alten Gefährten. Dem Fall indes fehlt es an Spannung. Der Sonntagskrimi aus Ludwigshafen im Schnell-Check.

Worum ging es? In der pfälzischen Provinz ist ziemlich wenig los – das gilt auch für die Polizei-Dienststelle unter der Leitung von Stefan Tries (Ben Becker), ein alter Bekannter von Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts). Nur ein junger Kollege strebt nach mehr – und wird prompt bei einer nächtlichen Lkw-Kontrolle erschossen. Und auch sonst läuft in dem Revier einiges schief. Drogen, Menschen, Luxusautos: Egal, was hier über die deutsch-französische Grenze geschmuggelt wird, die Beamten schauen weg – und können sich so schicke Einfamilienhäuser leisten. Wenig überraschend, dass am Ende auch tatsächlich einer der Beamten, passenderweise Am Ende wird denn auch einer der Beamten als Schuldiger überführt.

Worum ging es wirklich? Um Odenthals Dienst-Jubiläum (30 Jahre,  70. Fall) – „Die Pfalz von oben“ führte die dienstälteste „Tatort“-Ermittlerin zurück an eine alte Wirkungsstätte. Schon einmal hatte sie 1991 in „Tod im Häcksler“ an der Seite von Tries in der Provinz ermittelt – Affäre inklusive. Damals gab es ob der Darstellung der hinterwäldlerischen Dorfgemeinschaft Proteststürme. Das ist jetzt kaum zu erwarten: Der Fall ist klischeebeladen und überdies völlig unspannend. Die Figuren lassen einen kalt – und das, obwohl Folkerts und Becker die seltsame Liebelei der Polizisten überzeugend spielen. Ein eher tristes Jubiläum.

Wie geht es weiter? Spannender hoffentlich, der letzte richtig gute Odenthal-Krimi ist schon eine Weile her. Oder man sagt – nach 30 Jahren durchaus möglich und wenig heikel – Tschüss.

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