Nachlese zum "Tatort: Das Nest" aus Dresden: Düster wie ein Schweden-Krimi

Nachlese zum „Tatort“ aus Dresden : Düster wie ein Schweden-Krimi

Der erste „Tatort“ aus Dresden mit neuem Ermittlerinnen-Duo kam ungewohnt düster daher. Spannend und gut gespielt - das ist das Fazit unserer Autorin.

Worum es ging Um einen Irren, der in einem Gruselhaus im Gruselwald sorgsam präparierte Leichen wie zum Kaffeeklatsch anordnet und Kommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) absticht, weil ihre neue Partnerin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) nicht den Mumm hatte zu schießen. Gorniak fällt für Wochen aus und ist anschließend so traumatisiert, dass sie sich in die Asservatenkammer versetzen lässt. Der Irre läuft weiter frei rum, Winkler kommt nicht weiter mit den Ermittlungen. Erst, als sie Gorniak überreden kann, doch wieder mitzumischen, kommt man auf zwei Verdächtige. Der Zuschauer erfährt früh, dass Chirurg Christian Mertens (Benjamin Sadler) der Fiesling ist, Gorniak ahnt es bald, Winkler und ihr Chef Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) setzen lange aufs falsche Pferd. Fast zu lange: Der Killer bringt Gorniak in seine Gewalt, um zu beenden, was er angefangen hat.


Was jetzt gut war Eine der letzten Szenen: Gorniak und Winkler haben Mertens überwältigt, Gorniak schreit tonlos all ihre Angst der vergangenen Wochen und Monate und die ganze Opfer-Wut in die Kamera. Das ist ganz, ganz stark. Gut ist auch, dass man in diesem „Tatort“ Sympathien für diese sonst so verschlossene Karin Gorniak aufbaut. „Das Nest“ wirkt stellenweise düster wie einer dieser tollen skandinavischen Krimis, die so packend von der Schlechtigkeit der Welt erzählen.


Was noch gut werden kann Die neue Dresner Ermittler-Kombination aus Gorniak und Winkler – die beiden Frauen könnten sich gut ergänzen.

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