Nach Eklat um DFB-Präsident Grindel: Die spektakulärsten Interview-Abbrüche

Eklat um DFB-Präsident Grindel: So spektakulär wurden Interviews schon abgebrochen

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat ein Interview mit der Deutschen Welle erbost abgebrochen, weil ihm die Fragen nicht passten. Er ist nicht der erste, der in Interviews oder Talkshows die Flucht ergriffen hat. Das sind seine Vorgänger.

Letzter Ausweg Flucht: Schon einige Politiker, Funktionäre oder Schauspieler entzogen sich weiteren Fragen von Journalisten durch einen vorzeitigen Abgang. Eine Auswahl der spektakulärsten Interview- und Talkshow-Auf- beziehungsweise Abtritte.

Das Interview mit der Deutschen Welle am 13. März 2019 endete vorzeitg. DFB-Präsident Reinhard Grindel erhob sich aus seinem Stuhl und verließ das Studio. Mit den Worten „Herr Bauer, komm, lassen wir das. Es bringt doch nichts“, ließ Grindel den Reporter sitzen. Aus dem Ruder gelaufen war das Gespräch bei Fragen zu einer weltweiten Nations League. Als Reporter Florian Bauer auf ein angebliches 25-Milliarden-Angebot an die Fifa zu sprechen kam, riss Grindel der Geduldsfaden.

Schon Jahrzehnte früher, nämlich im Jahr 1971, ließ der inzwischen verstorbene Schauspieler Klaus Kinski eine Reporterin stehen. Beim Interview am See passten Kinski die Fragen gar nicht. „Ich finde, dass Ihre Fragen ziemlich sinnlos sind, nicht meine Antworten“, sagt Kinski (im Video ab 6:20 Min). Danach eskalierte die Situation immer weiter, bis Kinski drohte (8:02 Min): „Unterbrechen Sie mich noch ein einziges Mal, dann gehe ich nach Hause.“ „Ich glaube, das ist am besten“, antwortete die Reporterin, die vom anschließend davonstürmenden Kinski noch als „Analphabetin“ beleidigt wurde.

Ebenfalls davongestürmt ist CDU-Politiker Wolfgang Bosbach im Juli 2017. Er war in der ARD-Talkshow von Sandra Maischberger zu Gast. Das Thema: Die G20-Proteste in Hamburg. Dabei geriet „WoBo“ mit Aktivistin Jutta Dittfurth aneinander. Sie machte der Polizei Vorwürfe angesichts der Eskalation der Krawalle in Hamburg. Für Bosbachs Geschmack wurde sie dabei ihm gegenüber persönlich. Er entfernte sein Mikrofon und verließ das Studio vorzeitig. Sandra Maischberger schaffte es nicht, ihn zum Bleiben zu bewegen.

Ein Beispiel an Bosbach nahm sich offenbar Alice Weidel. Die damalige AfD-Spitzenkandidatin verließ nur zwei Monate später, im September 2017, ebenfalls eine Talkshow. Dies mal traf es das ZDF und die Sendung "Wie geht's, Deutschland?". Als CSU-Politiker Andreas Scheurer AfD-Mann Björn Höcke als „Rechtsradikalen“ bezeichnete, nahm Weidel ihre Unterlagen und ging. Das Publikum applaudierte, für Moderatorin Mariettta Slomka „eine eigenartige Diskussionskultur“.

Nicht selbst die Flucht ergriffen, dafür jemanden in die Flucht geschlagen, hat Nina Hagen. Im Oktober 2007 brachte sie Wissenschaftsmoderator Joachim Bublath dazu, die Talkshow „Menschen bei Maischberger“ zu verlassen. Beim Thema „Ufos, Engel und Außerirdische“ kamen Bublath und Hagen überhaupt nicht auf einen Nenner. „Es ist eher eine spezielle Therapiehandlung hier als eine vernünftige Diskussion“, sagte Bublath und stand auf. Sichtlich zur Freude von Nina Hagen: „Wenn jetzt auch noch George W. Bush verschwindet, haben wir es geschafft."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Streit bei Maischberger – Bosbach verlässt vorzeitig das Studio

(kron)
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