Düsseldorf: Mysteriöser Tod im Wattenmeer

Düsseldorf : Mysteriöser Tod im Wattenmeer

Spannender Krimi mit Nordsee-Atmosphäre nach der Romanvorlage "Blaufeuer" von Alexandra Kui.

Als Erick Flecker (Max von Pufendorf) nichtsahnend eine Boje in der Austernzucht seines Vaters warten will, schnappt die grausame Falle zu. Gefangen in einer versteckten Fuchsfalle, ertrinkt der Unternehmersohn qualvoll in der herannahenden Flut. Aber wer hat den allgemein beliebten und erfolgreichen Yachtkonstrukteur und Erben des Reeders Paul Flecker (Thomas Thieme) so sehr gehasst, dass er ihm auf so perfide Weise nach dem Leben trachtete?

Das will Eriks Adoptivschwester Janne (Petra Schmidt-Schaller) mit allen Mitteln herausfinden, die aus Berlin in ihre Heimatstadt Cuxhaven zur Beerdigung kommt. Steckt Eriks labile Witwe Hella (Valerie Koch) dahinter? Oder Studienfreund Matte, mit dem sich Erik zerstritten hatte? Und was verbergen Jannes leibliche Eltern?

Nach und nach arbeitet Regisseurin Maris Pfeiffer die Traumata heraus, die in jeder der sorgfältig gezeichneten Figuren stecken. Schon bevor Vater Paul Flecker endlich gesteht, der Mordanschlag habe vermutlich ihm gegolten, beginnt die schöne Fassade von Jannes renommierter Vorzeige-Familie zu bröckeln. Je näher die Cellistin – mit Hilfe ihres Bruders Meinhard (Max von Thun) – der bitteren Wahrheit um den grausamen Mord kommt, desto größer wird die Gefahr, in die sie sich begibt. Irgendwann traut die Berlinerin niemandem mehr – weder ihren Verwandten noch der Polizei.

Mit kühlen, subtilen Bildern fängt die Kamera die nordische Atmosphäre des spannenden und gut inszenierten Krimis so überzeugend ein, dass selbst die Mutter der literarischen Vorlage höchst zufrieden mit dem Ergebnis war. Autorin Alexandra Kui, deren Roman "Blaufeuer" der Adaption zugrunde liegt, äußerte sich mit lobenden Worten über das Ergebnis: "So habe ich die Bilder gesehen, als ich den Roman geschrieben habe." Auch hinter der Besetzung der Figuren stehe die Autorin voll und ganz. "Der Anfang zieht den Zuschauer direkt in die Geschichte, und diese Stimmung schwingt den ganzen Film über mit", schwärmt Kui. "Die Essenz des Romans und sein Zentralmotiv – der schon lang andauernde Verfall der Familie – wurde wunderbar herausgearbeitet."

"Der Tote im Watt", ZDF, 20.15 Uhr

(RP)