Umstrittene Satire: MTV zieht Werbung für "Popetown" zurück

Umstrittene Satire: MTV zieht Werbung für "Popetown" zurück

Düsseldorf (rpo). Die Diskussion um die umstrittene Comic-Sendung "Popetown" geht weiter. CSU-Generalsekretär Söder sprach sich für eine Verankerung von höheren Strafen gegen Gotteslästerung aus. Auch MTV reagierte mittlerweile. Der Sender zog seine Werbeanzeigen für die Serie zurück. Zuvor hatte der deutsche Werberat die Kampagne scharf kritisiert.

Düsseldorf (rpo). Die Diskussion um die umstrittene Comic-Sendung "Popetown" geht weiter. CSU-Generalsekretär Söder sprach sich für eine Verankerung von höheren Strafen gegen Gotteslästerung aus. Auch MTV reagierte mittlerweile. Der Sender zog seine Werbeanzeigen für die Serie zurück. Zuvor hatte der deutsche Werberat die Kampagne scharf kritisiert.

Der Werberat warf MTV Networks am Dienstag eine "eklatante Verletzung religiöser Empfindungen" vor. Eine solche Überschreitung habe es beim Werberat noch nicht gegeben. MTV habe nach der Kontaktaufnahme des Gremiums mit dem Sender zwar mitgeteilt, dass die Anzeige zurückgezogen werde.

Der Sender mache sich aber nicht die Ansicht der Beschwerdeführer zu eigen, die ihre religiösen Überzeugungen als gedemütigt empfinden. Diese Haltung sei für den Werberat Anlass gewesen, das Unternehmen trotz Rückzug der Anzeige zu tadeln, hieß es in einer Mitteilung des Werberats.

Der Sender hatte unter der Überschrift "Lachen statt rumhängen" in ganzseitigen Zeitschriftenanzeigen für seine Serie "Popetown" geworben. Zu sehen ist im Hintergrund ein leeres Kreuz, im Vordergrund sitzt Christus mit Dornenkrone und Fernbedienung vor einem TV-Gerät und lacht. Die Anzeige hatte eine Beschwerdeflut ausgelöst.

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Söder: "Sensibilität im Umgang mit religiösen Gefühlen"

Auch die Politik hat sich in den Fall eingeschaltet. Generalsekretär Markus Söder forderte eine Verankerung von härteren Strafen wegen Blasphemie im Strafrecht. "Wir brauchen mehr Sensibilität im Umgang mit religiösen Gefühlen - auch mit unseren eigenen", sagte Söder der Rheinischen Post. Wenn Kirche und Papst in einer Zeichentrickserie für Jugendliche lächerlich gemacht würden, habe das "nichts mehr mit Satire zu tun", so Söder weiter. "Wir brauchen ein klares Blasphemie-Verbot im Strafrecht." Dazu müsse Paragraph 166 des Strafgesetzbuches um konkrete Schutztatbestände erweitert werden.

Der Musiksender MTV will ab dem 3. Mai "Popetown" ausstrahlen. In der Sendung werden ein Papst und Kardinäle als "durchgeknallt" und kriminell dargestellt. Gegen die Ausstrahlung protestieren die Deutsche Bischofskonferenz und die katholischen Laien in Deutschland. Sie prüfen rechtliche Schritte. Auch Söder forderte, dass "Popetown" nicht gesendet werden dürfe. Die Serie wurde ursprünglich von der britischen BBC produziert. Wegen massiver Proteste verzichtete der Sender auf eine Ausstrahlung in Großbritannien.

Hier geht es zur Bilderstrecke: "Popetown"- Die Erlebnisse von Pater Nicholas

(afp2)
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