Millionärswahl-Shitstorm weil Ralf Zanders von Konkurrenten rausgewählt wird

TV-Sendung "Millionärswahl" : Konkurrenten wählen Ralf Zanders raus — Shitstorm

Er war so nah dran, für sein Patenkind Neele eine Menge Geld zu gewinnen – doch kurz vor dem Einzug ins Finale wählten seine Konkurrenten Ralf Zanders raus aus der TV-Show "Millionärswahl". Was folgte, war ein Facebook-Shitstorm.

Er war so nah dran, für sein Patenkind Neele eine Menge Geld zu gewinnen — doch kurz vor dem Einzug ins Finale wählten seine Konkurrenten Ralf Zanders raus aus der TV-Show "Millionärswahl". Was folgte, war ein Facebook-Shitstorm.

Zanders, der aus Kerken kommt, will den Millionen-Gewinn, den der Sieger der Sat.1-ProSieben-Sendung bekommt, gar nicht für sich. "Mein Motto lautet 'Alles für Neele'", sagte er vor der Sendung. "Sie ist die Tochter meines Bruders und braucht unbedingt ein behindertengerechtes Zuhause." Das Kind hat das Wolf-Hirschornsyndrom. "Das Bad zum Beispiel ist viel zu klein für eine optimale Pflege, die Treppe ist auch zu schmal. Dabei möchte ich meinen Bruder und seine Familie unterstützen."

Und die Zuschauer vor den Fernsehgeräten sowie im Publikum, die ein Mitspracherecht bei der Vergabe der eine Million Euro haben, hatte Zanders auch auf seiner Seite. Sie wählten ihn an die Spitze der sieben Kandidaten, die in der ersten Sendung gegeneinander antraten. Doch zu guter Letzt durften seine sechs Konkurrenten auch noch ihren Favoriten wählen — und so überholte der Breakdancer Benedikt Mordstein seinen Kontrahenten noch. Somit tritt er am 31. Januar im Finale gegen die sechs anderen sechs Kandidaten an.

Dabei sahen weder TV-Zuschauer noch Studio-Publikum den Breakdancer vorne — im Gegenteil. Während er aus diesen beiden Abstimmungen nur drei Punkte bekam, lag Zanders mit 14 Punkten deutlich vor ihm. Da die Konkurrenz Mordstein aber 14 Punkte schenkte, Zanders aber nur zwei, gewann der Breakdancer am Ende mit 17:16 gegen den Kerkener.

Für Zanders ist das eine Enttäuschung — und für den Großteil der Zuschauer vor dem Fernseher und im Studio-Publikum auch. Im Studio buhten sogar einige. "Das Punktesystem ist der größte Scheiß", wetterte jemand bei Facebook auf der Seite der "Millionärswahl", als die Social-Media-Beauftragten fragten, ob das Ergebnis gerecht sei. "Diese Abstimmungsmethode war ja wohl der größte Witz der Fernsehgeschichte", meinte ein anderer.

Mit einer demokratischen Entscheidung, mit der die Sender für die Show werben, habe das nicht viel zu tun, meinen die Zuschauer. "Demokratie? Diese Abstimmungsmethode ist doch nicht euer ernst?", meinen mehrere User.

Um die Massen zu beruhigen, lenkten die Social-Media-Beauftragten der Sendung ein — und veröffentlichten auf der Facebook-Seite in der Nacht noch die Nummer des Spendenkontos für Zanders' krankes Patenkind Neele. Auch Zanders trug seinen Teil dazu bei, dass sich die Hektik nach der Sendung legte. In einem Video-Statement nahm er den Breakdancer in Schutz. "Das Wahl-Systen war so, wir kannten die Regeln", sagte er. "Das passt alles."

Auch quotenmäßig war die Show-Premiere für ProSieben nur ein mäßiger Erfolg: Knapp 1,9 Millionen Menschen sahen zu, was einem Marktanteil von gut sechs Prozent entspricht.

Update 12.16 Uhr: Nach der Show hat sich Ralf Zanders über die Facebookseite der TV-Show geäußert:

(spol)
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