Gastauftritt in US-Comic-Serie Merkel und Wulff stürmen "South Park"

Düsseldorf · Auf EU-Ebene haben die Deutschen und ihre Kanzlerin längst die Führungsrolle übernommen, wenn es um die Euro-Rettung geht. Das gefällt nicht jedem in Europa und auch in den USA. Und so muss sich auch Angela Merkel auch einigen Spott gefallen lassen. So etwa in der nächsten Folge der Serie "South Park", in der alle Klischees über die Deutschen bedient werden.

 Angela Merkel und ihre Begleiter stürmen die Grundschule in South Park.

Angela Merkel und ihre Begleiter stürmen die Grundschule in South Park.

Foto: Comedy Central

Es ist erst ein paar Tage her, da hatte das US-Magazin "Newsweek" auf ihrem Cover eine grimmig blickende Angela Merkel gezeigt und vor der "eiskalten" Bundeskanzlerin gewarnt. Und auch die Briten gehen derzeit nicht zimperlich mit der CDU-Chefin um. Am Sonntag nun gibt es eine weitere Attacke zu sehen: Angela Merkel hat einen "Gastauftritt" in der US-Comic-Serie "South Park".

Die Folge stammt zwar aus dem Mai 2011, allerdings ist sie am Sonntag erstmals in Deutschland beim Sender "Comedy Central" (22 Uhr) zu sehen. Angela Merkel mit hängenden Mundwinkeln, an ihrer Seite Bundespräsident Christian Wulff, der mit zurückgekämmten grauem Haar und Brille kaum wiederzuerkennen ist. Und sie sind alles andere als freundlich gestimmt.

Humorlose Deutsche

Fast erwartungsgemäß werden in der Folge "Funnybot" alle Vorurteile bedient, die es weltweit gegen die Deutschen gibt. Der Zuschauer von "South Park" ist das allerdings gewohnt. Stirbt doch die Figur Kenny in jeder Folge einen meist grausamen Tod, werden Stars immer wieder bitterböse auf die Schippe genommen. Und so müssen auch Merkel und Wulff in der Jubiläumsstaffel daran glauben.

Um was geht es? Der Grundschüler Jimmy aus "South Park" vergibt die Comedy Awards. Die Deutschen werden dabei - gegen die Konkurrenz aus Japan und vom Nordpol - zum unlustigsten Volk gekürt. Und das können die deutschen Politiker nicht auf sich sitzen lassen. Wie Comedy Central mitteilt, zeigt die deutsche Delegation, die in "South Park" anrückt, dass sie wirklich keinen Spaß verstehen.

Merkel und Co kommen nämlich mit gezückter Waffe in die Schule und versammeln die Kinder in der Turnhalle der Schule. Makaber: Zur Beruhigung wird den deutschen Politikern Kyle als "Sündenbock" angeboten — mit einer deutlichen Anspielungen auf NS-Verbrechen und Holocaust.

Der Roboter "Funnybot"

Doch das hilft nichts, denn die Deutschen haben "Funnybot" dabei. "Funnybot" ist ein Roboter, der jeden Witz mit einer perfekten Pointe besetzen kann. So wollen die Deutschen den Amerikanern deutlich machen, dass sie nicht humorlos sind. Doch "Funnybot" will auch nichts anderes als die Zerstörung der Menschheit.

Es ist wieder einmal eine Folge, bei der die Macher von "South Park", die für ihre Serie schon mehrfach ausgezeichnet wurden, deutlich die Grenzen jeden Geschmacks überschreiten. Doch genau das ist es, was viele Zuschauer daran mögen. Manch Deutschem könnte bei dieser Folge aber durchaus das Lachen im Halse stecken bleiben.

(das)
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