Nur noch drei bei DSDS: Menowin eiert - Kim ist draußen

Nur noch drei bei DSDS : Menowin eiert - Kim ist draußen

Die RTL-Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) wid zur reinen Männersache. Kim Debkowski, letztes Mädchen im Kreis der verbliebenen vier Kandidaten, konnte nicht noch einmal mit schicken Kleidern über ihren schiefen Gesang hinwegtäuschen. Hauptfigur in der RTL-Castingsoap bleibt unbestritten Menowin Fröhlich.

Deutschland sucht den Superstar. Die Fortsetzung des Endlos-Dramas lieferte der Kölner Sender RTL am Samstag. Noch vier Hauptfiguren waren anfangs dabei: Der dank der Bild-Zeitung skandalumwitterte Menowin Fröhlich, der dauerlächelnde Perser Mehrzad Marashi, der scheue Manuel und die hübsche Kim Debkowski als letzte Frau im Sänger-Wettstreit.

Sie ist nun nicht mehr dabei. Das Publikum wählte das tapfer-trotzige Mädchen raus. Vermutlich, weil schiefe Töne irgendwann doch bestraft werden, wenn die Luft im Wettbewerb dünner wird. Kim hatte in den vergangenen Wochen weniger mit stimmlichen Qualitäten als mit tollen, gelegentlich auch knappen Outfits beeindruckt. Dazu war sie auch noch fleißig und beherrschte im Gegensatz zu so manch anderem Kandidate ihre Texte, was vor allem Pop-Titan Dieter Bohlen zu immer neuen Lobeshymnen ("Geil!") trieb.

Die Jury hatte von jedem zwei Titel zu bewerten. Einer sollte etwas Aktuelles sein, der andere ein Klassiker aus den Charts. Dass sich Kim dafür ausgerechnet "Evacuate The Dancefloor" von Cascada ausgsucht hatte, war für sie der Anfang vom Ende. Man kann zu Dieter Bohlen ja stehen wie man will. Aber er hat ein gewisses Talent, Dinge auf den Punkt zu bringen: "Ich möchte eigentlich auch nur Nettes sagen", erklärte der Jury-Mittelpunkt nach Kims wenig überzeugter Performance. "Eigentlich bist du ein Vorbild", fuhr Bohlen fort und setzte dann den Kinnhaken: "Wenn da diese Scheiß Stimme nicht wäre."

Schon mehrfach hatte Kim auf der Kippe gestanden. Unter die letzten vier hat sie es gebracht. Und wollte gar nicht groß weinen, als ihr Aus feststand. "Ich bin stolz auf mich", trotzte sie mit nur leicht hysterischer Stimme ins Mikrofon.
An diesem Abend war es jedoch nicht nur Kim, die wegen stimmlicher Schwächen auffiel. Skandal-Lieferant Menowin wirkte nervlich angespannt und sang sichtbar angestrengt. Selbst einen Titel wie den Gute-Laune-Klassiker "Celebration" von Kool & The Gang brachte er ohne ein einziges Lächeln über die Bühne. Auch stimmlich lag er öfter daneben als sonst. Bei Bohlen löste das nahezu väterliche Gefühle aus. "Ich weiß dass du das besser kannst", sagte der Zyniker vom Dienst.

Aber Menowin verspürte offensichtlich keine Lust an diesem Abend. DSDS-Hauspostille "Bild", Jury und der Wettbewerb hatten ihm in den letzten Tagen zugesetzt und ein Menowin-Drama im DSDS-Universum provoziert: Streit unter den Kandidaten, Versöhnungsangebote, dann tauchte Menowin ab und Bild fragte in einer fetten Schlagzeile: Verpassen die Zuschauer Menowin heute Abend die Quittung? Nein, lautete die Antwort. Nach Mehrzad kam er ohne den für die letzten beiden Wackelkandidaten obligatorischen Showdown ins Halbfinale.

Aber auch Menowins Rivale Mehrzad Marashi zeigte stimmliche Schwächen wie eigentlich alle an diesem Abend. In einigen Passagen verhob er sich an Gnarls Barkleys Hit "Crazy". Die Jury ignorierte das tapfer und lobte den immer soliden, aber wenig glanzvollen Mehrzad für seine Vielseitigkeit. Mal ein anderer Stil, ein Tanzschritt, gut aussehen - das reicht bei DSDS im Jahr 2010 inzwischen schon für ein Lob. Musikalisch hat die Castingshow schon weitaus bessere Jahre erlebt.

Zum Geheimtipp mausert sich mittlerweile dank der Dramen um die Konkurrenz ein ganz anderer: Der anfangs so stille Manuel Hoffmann sorgte bei DSDS für mittlere Begeisterung, weil er für seine Darbietung von "A Walk in the Park" ein paar Tanzschritte einstudiert hatte. Bohlen und seine Jury-Assistenten Nina Eichinger und Volker Neumüller waren schier aus dem Häuschen.

(pst/RPO)