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Maybrit Ilner mit Armin Laschet: "Wir brauchen jetzt eine nationale Kraftanstrengung"

Armin Laschet bei Maybrit Illner : „Wir brauchen jetzt eine nationale Kraftanstrengung“

Armin Laschet setzt auf gemeinsames Handeln und lobt die Klimapolitik der Bundesregierung. Zugleich mahnt der NRW-Ministerpräsident, zunächst an die Opfer der Überschwemmungskatastrophe und an ihre Angehörigen zu denken.

„Deutschland hält den Atem an: Tote, Vermisste und eine Spur der Verwüstung“ -  Maybrit Illner spricht in ihrer Talkrunde am Abend im ZDF über die Überschwemmungskatastrophe. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet ist aus Stolberg bei Aachen zugeschaltet. In Regenjacke berichtet er von Besuchen und Gesprächen in der überfluteten Nachbarschaft. In Stolberg-Ficht hat ihn der Bericht einer Tochter erschüttert, die ihn in die zerstörte Wohnung ihrer Mutter gebeten hat. „Das Denken an die Opfer und Angehörigen ist jetzt genauso wichtig wie die politische  Diskussion“, sagt der CDU-Politiker.

Die Hilfe dürfe nun, wie der örtliche SPD-Bürgermeister ihn gebeten habe, nicht mit dem „Tempo eines europäischen Ausschreibungsverfahrens“ vor sich gehen, sondern müsse rasch passieren. Sehr schnell müssten Wege gefunden werden, die Infrastruktur - Straßen, Brücken, Kitas und etwa das zerstörte Rathaus - wieder in Gang zu setzen. Am Morgen werde er sich mit den Ministern in einer Sondersitzung des Landeskabinetts beraten. Laschet berichtet, er habe bereits mit Finanzminister Olaf Scholz und der Bundeskanzlerin gesprochen, auch der Bund werde helfen. „Wir brauchen jetzt hier eine große nationale Kraftanstrengung, damit schnell die schlimmsten Dinge beseitigt werden“, sagt Laschet.

Als Illner ihn nach mehr Tempo für den Klimaschutz fragt, verteidigt sich der Kanzlerkandidat der Union: „Wir haben mit der größten CO2 einsparender Maßnahme begonnen, nämlich dem Kohleausstieg“. Die Regierung werde dort sogar schneller als geplant vorgehen: In 2022 würden sieben weitere Braunkohlekraftwerke vom Netz genommen. Damit sei ein wichtiger Baustein gelegt, nun gelte es weiterzumachen: „beim Verkehr, beim Wohnen, beim Gebäudebestand, und bei vielen Formen unserer Lebensart.“

Zugleich müsse der Klimaschutz praktikabel bleiben mahnt Laschet. In der Stahlindustrie beispielsweise, einem großen CO2-Verursacher, werde jetzt daran gearbeitet, dass dort statt Kohle und Eisenerz „möglichst grüner Wasserstoff“ eingesetzt werde. Es werde allerdings dauern „ehe wir die gesamte Industrie klimaneutral machen“, mahnt der NRW-Ministerpräsident zu Geduld. Denn niemandem sei damit gedient, wenn Stahlwerke in andere Region abwanderten. „Dann wäre unsere Klimabilanz gut aber das CO2 wird anderswo ausgestoßen.“

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz: Bei <a href="https://twitter.com/hashtag/illner?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#illner</a> ruft der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, zu einer „nationalen Kraftanstrengung“ beim Wiederaufbau und zur Abmilderung der Härten für Betroffene auf.<a href="https://twitter.com/ArminLaschet?ref_src=twsrc%5Etfw">@ArminLaschet</a> <a href="https://t.co/BLTMEX1rbc">https://t.co/BLTMEX1rbc</a></p>&mdash; maybrit illner (@maybritillner) <a href="https://twitter.com/maybritillner/status/1415835268775620616?ref_src=twsrc%5Etfw">July 16, 2021</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Deutschland müsse Industrieland bleiben, und „auch in 20 Jahren noch chemische Industrie, Glas- und Stahlindustrie sowie die Automobilindustrie“ haben, nur eben klimaneutral. Das sei die eigentliche Leistung: „Unsere Wirtschaft international wettbewerbsfähig erhalten aber sie klimaneutral betreiben.“ Wanderten diese Industrien nach China, Russland oder Indien ab, sei immer noch das gleiche Weltklima betroffen. Froh sei er, dass US-Präsident Joe Biden zu internationalen Vereinbarungen zurückkehre und die USA bei multilateralen Anstrengungen wieder mit mache.

Illner möchte wissen, ob Joe Biden oder Ursula von der Leyen für die EU eine Geschwindigkeit vorgeben, die die CDU noch nicht mitgeht. Laschet wehrt ab: „Ich weiß nicht, wie Sie darauf kommen“, sagt er und lobt die Regierung: „Die große Koalition hat so viel geleistet im Senken von CO2 wie keine Bundesregierung seit vielen, vielen Jahren davor. Diesen Weg Richtung Klimaneutralität werde Deutschland weitergehen und könne dann auch anderen ein Vorbild sein, erneut appelliert er an die Gemeinschaft: „Wir können das nur mit großer gemeinsamer Kraftanstrengung leisten.“

(juju)