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Maybrit Illner: Markus Söder und Manuela Schwesig streiten über große Koalition

Groko-Debatte bei Maybrit Illner : "Herr Söder, jetzt einmal höflich sein"

In Maybrit Illners Polit-Talk zeigt sich, wie schwierig die Gespräche über eine große Koaltion werden: CSU-Vize Söder muss sich Mühe geben, höflich zu bleiben, und SPD-Vize Schwesig zweifelt an Merkels Führungsstärke.

Am Ende scheint die Minderheitsregierung die attraktivste Lösung.

Darum ging's Knapp elf Wochen nach der Bundestagswahl hat Deutschland noch keine neue Bundesregierung. Nachdem die Jamaika-Sondierungen scheiterten, stimmte die SPD am Donnerstag auf einem Parteitag in Berlin für "ergebnisoffene Gespräche" mit CDU und CSU. Das Ergebnis könnte eine neue schwarz-rote Regierung sein. "Rote Linien, schwarze Blöcke - geht die SPD in die große Koalition?", fragte Maybrit Illner ihre Gäste am Donnerstagabend.

Darum ging's wirklich Text "Jeder weiß: Lust aufs Regieren hat die SPD: Null.", sagt

Die Gäste

  • Manuela Schwesig, SPD, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern
  • Markus Söder, CSU, bayerischer Finanzminister, designierter Ministerpräsident von Bayern
  • Stephan Detjen, Journalist, Deutschlandradio
  • Lars P. Feld, Wirtschaftsweiser, Professor für Wirtschaftspolitik an der Uni Freiburg
  • Sina Trinkwalder, Untenehmerin aus Augsburg, SPD

Frontverlauf

Nach 21 der insgesamt 60 Minuten hat Markus Söder genug gehört. "Ich habe harmonsch, friedlich begonnen", sagt der designierte Ministerpräsident von Bayern. Denn er freue sich, dass die SPD am Donnerstag für Gespräche mit der Union gestimmt habe. Aber jetzt wolle er nicht länger über die "psychologischen Prozesse in der SPD" sprechen. "Die Bürger erwarten, dass wir uns zusammenraufen und endlich etwas zustandebringen."

Allerdings war er auch schon in den ersten Minuten des rund einstündigen Polit-Talks nicht gerade höflich gewesen. Zum Beispiel hat er Manuela Schwesig erklären wollen, was "die Frage für viele traditionelle SPD-Wähler ist" - und dann hatte der CSU-Politiker über die Zuwanderung gesprochen, wie so oft an diesem Donnerstagabend. Sina Trinkwalder wirft ihm deshalb vor, "zu zündeln und Angst zu schüren". Die Unternehmerin ist "aus tiefstem Herzen Sozialdemokratin", wie sie sagt.

Aber in einem Punkt hat Söder an diesem Donnerstagabend Recht. Zunächst spricht Illner mit ihren Gästen über die SPD der vergangenen Wochen. Noch am Wahlabend hatte sich Parteichef Martin Schulz gegen eine große Koalition ausgesporchen. Aber dann scheiterten die Jamaika-Verhanldungen, und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief die Parteien dazu auf, sich zusammenzusetzen. Dazu haben sich die Sozialdemokraten auf ihrem Parteitag am Donnerstag durchgerungen. Aber jeder wisse, dass die Partei keine Lust am aufs Regieren habe, sgt Illner.

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Schwesig widerspricht nicht. Nach den Verlusten für die Union und die SPD bei der Bundestagswahl dürfe es kein "Weiter so" geben, sagt die SPD-Politikerin. "Die große Koalition ist abgewählt worden." Die Sozialdemokraten hätten sich in den vergangenen Wochen mit dem Wahlergebnis auseinandergesetzt. "Das könnte vielleicht die Union auch so machen, ein bisschen Demut vor dem Wahlergebnis schadet nicht." Sie sieht die Glaubwürdigkeit ihres Parteivorsitzenden nicht beshcädigt, wenn die SPD nun doch mit der Union über eine große Koalition sprechen. Die Entscheidung gegen eine große Koalition habe der gesamte Parteivorstand am Wahlabend beraten. "Deswegen wäre es ungerecht, einen allein verantwortlich zu machen."

Sie sei nicht grundsätzlich gegen eine Koalition mit der Union, sagt Schweisg. In Mecklenburg-Vorpommern funktioniere ein solches Bündnis - aber der Unterschied zum Bund sei, sagt Schweisig: In ihrem Bundesland werde die große Koalition von der SPD geführt. Das ärgert Söder. Die SPD könne nicht sagen, sie wolle nur regieren wenn sie die Nummer eins sei. "Und wenn das nicht klappt, ist man beleidigt." Er habe den Eindruck, dass die SPD immer wieder die falschen Schlüsse aus den Wahlergebnissen ziehe - und dann spricht er wieder über die Zuwanderung.

Irgendwann reicht es Schwesig.

Illner unterbricht ihn irgendwann, was den bayer noch mehr ärgert. Schließlich grantelt er: "Ich bin

Die große Koalition dürfe nicht einfach so weiter machen. ,

Jetzt müssen wir

auf Bassis

(wer)