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Masked Singer 2020: Tom Beck gewinnt - das war wirklich großes Fernsehen!

Ende von „The Masked Singer“ : Alle Promis sind enttarnt - das war wirklich großes Fernsehen

Mit dem furiosen Finale hat „The Masked Singer“ bewiesen, dass dieses Format absolute Champions League in der deutschen TV-Unterhaltung ist. Die Rate-Sing-Quiz-Show könnte Potenzial haben für einen besseren Sendeplatz.

Natürlich hatten sich die Macher von „Masked Singer“ den Verlauf der Sendung etwas anders vorgestellt. Als Anfang März die neuen Kostüme auf spektakuläre Art und Weise auf der Kölner Schildergasse vorgestellt wurden, war Corona „nur“ regional in Heinsberg aufgetreten. So weit weg für die TV-Show, die in der ersten Staffel viele Millionen Zuschauer vor den Fernseher gelockt hatte.

Dann kam das Virus so richtig und traf nicht nur die Bevölkerung hart. Die erste Show fand noch vor Publikum statt, die nächsten in einer leeren Halle, dann eine Pause. Dann wurde der Betrieb langsam wieder hochgefahren. Deutschland im Kleinformat.

Doch gerade die Corona-Pandemie machte die Show zu einem ganz besonderen Hingucker. Ähnlich wie „Let’s Dance“ auf RTL, bot „Masked Singer“ eine schöne Abwechslung. Jeden Dienstag, jeden Freitag.

Natürlich stellten sich die Zuschauer die Frage, woher man denn bitte Rebecca Immanuel („Edel und Starck“) kennt, auch die Jury lag bei der Enttarnung der „Göttin“ komplett daneben. Ihr Name fiel kein einziges Mal. Das ist schon bitter, wenn man bedenkt, welchen Aufwand die Promis betrieben haben, auch wenn sie vielleicht nur ein einziges Mal auftreten durften. Während in der ersten Staffel die Promis schon schnell enttarnt waren, war dies bei der zweiten Staffel anders und besser gemacht. Schwierigere Hinweise, keine Anspielungen. Bei vielen Promis wurde bis zum Schluss die Spannung wirklich hochgehalten.

Die beiden Favoriten auf den Sieg waren schon zu Beginn der Staffel schnell ausgemacht. Das trantütige Faultier (nicht Stefan Raab, sondern Tom Beck) und der süße Wuschel (nicht Wincent Weiß, sondern Mike Singer), die auch noch richtig gut singen können. Dazu die verrückte Häsin (nicht Martina Hill, sondern die überragende Sonja Zietlow), die sich von Woche zu Woche steigerte, der Drache, der immer wieder genial ablieferte. Über das Chamäleon, in dem Didi Hallervorden steckte, muss man nicht viele Worte verlieren. Schlichtweg: Das war großes Fernsehen.

Die Zuschauerzahlen geben den Machern recht, wenn sie für den Herbst eine dritte Staffel ankündigen. Das Finale verfolgten in der Spitze teilweise mehr als zehn Millionen Menschen, Rekordwert, bei dem selbst nicht alle Live-Fußballspiele mithalten können.

Es war richtig und konsequent, dass die Show unterbrochen wurde, es war aber genauso richtig, die Show in der Corona-Krise weiterzuführen und zu Ende zu bringen.

Diese Ausnahmesituation führte dann auch dazu, dass die Promis unter den Kostümen vielleicht noch zwei, oder drei Prozentpunkte mehr gaben. Sonja Zietlow zum Beispiel könnte man durchaus als Siegerin der Herzen bezeichnen. Wurde sie zu Beginn der Show noch heftig kritisiert, vor allem von Juror Ray Garvey, bot sie dann Woche für Woche großartige Unterhaltung, performte ihre Songs auf einmalige Art und Weise. Und Tom Beck, der letztendliche Gewinner, der – und das dürften den wenigen bekannt sein – als Musiker startete, versuchte sich an so ziemlich allen Musik-Genres, die es gibt. Reggae, Hip Hop, Soul in einem Lied? Kein Problem, das Faultier lieferte ab.

Bleibt nur noch ein Kritikpunkt, der bei vielen Zuschauern aufstieß: Die andauernden Werbe-Unterbrechungen. Dass das Finale gute vier Stunden andauerte, war dann für einen Dienstag doch etwas zu viel des Guten.