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"Markus Lanz" Talk am Donnerstag: Trump und die Republikaner

TV-Nachlese zu „Markus Lanz“ : Eine deutsche Sicht auf Trump und die Republikaner

Im USA-Teil der Gesprächsrunde bei „Markus Lanz“ geht es um Trump und die Republikaner. Einer von ihnen wirbt für die Wiederwahl des US-Präsidenten – und überrascht mit seinem Argument.

Kurz bevor in den USA am Donnerstagabend die zweite TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten startet, sollen die Talkgäste bei „Markus Lanz“ ebenfalls über Politik sprechen – und ein bisschen über Wissenschaft.

Die Gäste:

  • Stefan Kluge, Direktor der Intensivmedizin am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf
  • Kristina Dunz, Journalistin und stellvertretende Leiterin des RP-Haupstadtbüros
  • Elmar Theveßen, Journalist
  • Klaus Brinkbäumer, Journalist
  • Ralph Freund, Vizepräsident der "US Republicans Abroad Germany"

Darum ging’s:

Um das Coronavirus und die USA. Allerdings in getrennten Diskussionsrunden.

Der Talkverlauf:

Zum Beginn der Talkrunde will Moderator Markus Lanz wissen, wie sich eine abermalige Überraschung beim Verlauf der Corona-Pandemie erklärt: Statt wie zunächst erwartet erst im kalten Winter stiegen die Infektionszahlen nun bereits im Oktober deutlich an.

„Das zeigt einmal mehr, dass das Virus unberechenbar ist“, sagt Stefan Kluge. Der Direktor der Intensivmedizin am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf erklärt, warum ein Verweis auf die Zahl der freien Plätze auf den Intensivstationen in die Irre führt. Deutschland habe zwar die meisten Intensivbetten und Beatmungsgeräte weltweit, aber zu wenige Pflegekräfte. Deshalb seien 20 Prozent der Intensivbetten „nicht bepflegbar“ – und 70 bis 80 Prozent seien derzeit belegt.

Auf umstrittene Äußerungen des Präsidenten der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, über den Sinn des Maskentragens angesprochen, sagt Kluge: „Es ist wissenschaftlich klar bewiesen, dass die Masken helfen.“ Diese unterwegs ständig auf- und abzusetzen, sei nicht praktikabel. Der Intensivmediziner fordert deshalb eine Maskenpflicht in geschlossenen Räumen und hält diese auch auf belebten Außenplätzen für angemessen. „Wenn wir die AHA-Regeln konsequent befolgen, werden wir nicht mehr diese Ausbreitung in Europa sehen“, sagt er. Die steigenden Infektionszahlen führt Kluge unter anderem auf ein Nachlassen beim Masketragen, Abstand halten und Einhalten der Hygieneregeln zurück.

Das kann Kristina Dunz aus eigener Erfahrung bestätigen. Die stellvertretende Leiterin der Parlamentsredaktion der „Rheinischen Post“ hatte sich nach eigener Aussage ein halbes Jahr lang genau an die Schutzregeln gehalten – bis auf eine kurze Unachtsamkeit bei einem Familientreffen, bei der sie sich ansteckte - hier können Sie ihren Corona-Erfahrungsbericht nachlesen.

Dort waren auch ältere Menschen beteiligt, für die eine Ansteckung besonders gefährlich würde. Aus dieser Erfahrung heraus warnt Dunz: „In dieser Phase, wo Sie warten müssen, ob Sie Ihre Liebsten infiziert haben oder nicht, da werden Sie nicht mehr froh.“

Eigentlich ist sie aber in der Sendung wegen eines Auftritts bei einer Pressekonferenz von Donald Trump und Angela Merkel zu Beginn der Amtszeit des US-Präsidenten. Dunz erinnert daran, dass Merkel Trump damals eine Zusammenarbeit auf der Grundlage gemeinsamer Werte anbot – und dabei die Pressefreiheit, Religionsfreiheit und ein Vorgehen gegen Rassismus genannt hatte.

„Oberlehrerhaft!“, wirft Ralph Freund dazu ein. Der Vizepräsident der „US Republicans Abroad Germany“ will Trump partout nicht als Spalter sehen. Zwar räumt Freund ein, dass er die Ausdrucksweise Trumps ablehnt. Aber dennoch findet er, der US-Präsident solle wiedergewählt werden. Seine Begründung: Trumps Ziele seien „sehr honorig.“ - „Honorig?“, hakt Lanz verdattert nach. Doch er hat sich nicht verhört. Zudem beharrt Freund darauf, Trump sei nicht mit der republikanischen Partei gleichzusetzen.

Da widerspricht der Journalist Klaus Brinkbäumer. „Die Republikaner haben sich Trump unterworfen“, sagt er. Sie würden alles mittragen, jeden Gesetzesbruch, jede Lüge, Korruption, Nepotismus, Xenophobie, Rassismus. Aus Sicht der Partei habe Trump zwar auch einiges erreicht, etwa dereguliert, Steuern gesenkt und konservative Richter ernannt. Aber: „Die Partei trägt diesen Präsidenten über die Demokratiegrenzen hinweg“, so Brinkbäumer.