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Doppelfolge zum Jubiläum: Marienhof: Die 3000. Folge des Soap-Klassikers

Doppelfolge zum Jubiläum : Marienhof: Die 3000. Folge des Soap-Klassikers

Düsseldorf (RP). Schauspielerin Viktoria Brams ist die einzige aus dem Team, die von Anfang an dabei ist. Sie sagt: "'Marienhof' ist echte Lebenshilfe." Zum Jubiläum gibt's eine Doppelfolge. Wer alle Folgen am Stück sehen will, müsste sich 55 Tage ohne Unterbrechung Zeit nehmen. Seit 1992 laufen die Geschichten aus dem "Marienhof" nun schon im Ersten. Am Dienstag feiert die Seifenoper ihre 3000. Folge.

Als Geschenk für die Fans wird sie von heute bis Donnerstag im Doppelpack ausgestrahlt. Eine Person hat besonderen Grund zu feiern: Viktoria Brams ist die einzige Schauspielerin im Team, die von der ersten Stunde an dabei war. Niemals hätte die 62-Jährige anfangs damit gerechnet, dass sie so lange die Rolle der Blumenhändlerin Inge Busch spielen würde. Mit Beginn der Aufnahmen habe der Produzent zu ihr gesagt: "Ein Jahr werden wir sicher drehen", erinnert sie sich. Brams: "Dass daraus 14 werden würden, hätte ich natürlich im Traum nicht gedacht."

"Es wird viel passieren"

Unter dem Motto des Titelsongs "Es wird viel passieren" war der "Marienhof" am 1. Oktober 1992 im Vorabendprogramm der ARD gestartet. Bis Ende 1994 lief die Serie rund um die Bewohner des fiktiven Kölner Stadtviertels zunächst dienstags und donnerstags, danach wurde sie zur täglichen Seifenoper und ist seitdem montags bis freitags in 25-minütiger Länge zu sehen.

Rund 50.000 Drehbuchseiten hat allein Brams bis heute für die Soap gelernt, wie sie nachrechnet. An einen Ausstieg dachte sie dabei zu keiner Zeit, im wahren Leben allerdings hätte sie natürlich nicht in der Haut von Inge Busch stecken wollen: "Mein Gott, was diese Frau alles einstecken musste - wenn mir das privat passiert wäre, ich wäre ausgeflippt." Von mehreren Männern wurde Inge Busch betrogen und verlassen, ein Sohn starb, sie verlor ihr gesamtes Vermögen. Inzwischen hat Inge eine glückliche Beziehung mit Schuldirektor Dettmer (Gerd Udo Feller). "Wir wollen Menschen mit ähnlichen Problemen zeigen, dass es weiter geht", sagt Brams.

"Echte Lebenshilfe"

"Echte Lebenshilfe" nennt sie das. Der "Marienhof" wolle auch Vorbild sein: "Wir möchten vermitteln, dass Menschen verschiedenster Glaubensrichtungen und Hautfarben friedlich miteinander leben können." Produzentin Bea Schmidt betont: "Wir sprechen in unseren Geschichten immer gesellschaftsrelevante Themen an." Im Januar und Februar etwa werde eine Neonazi-Geschichte im Zentrum stehen. Zuvor wurden bereits Themen wie Drogenmissbrauch, Aids oder Sekten in der Soap angesprochen.

25 Autoren arbeiten an den Drehbüchern. Auf dem Bavaria-Filmgelände in München wird sieben Tage die Woche gedreht. Bis heute haben dabei mehr als 150 Hauptdarsteller, 6500 Nebendarsteller und etwa 63.000 Komparsen mitgewirkt. Mit der Zuschauerresonanz sind die Macher zufrieden: Bei den 14- bis 49-Jährigen erreicht der "Marienhof" seit Beginn der täglichen Ausstrahlung einen durchschnittlichen Marktanteil von 17 Prozent.

In der Jubiläumsfolge wird es weihnachtlich: Ausgerechnet Heiligabend gibt es einen Stromausfall, deshalb feiern alle gemeinsam auf dem Weihnachtsmarkt. Auch Viktoria Brams, die dem "Marienhof" noch lange treu bleiben will: "Ich bin ja die Oma, die auch noch ein bisschen flott sein darf. Und das möchte ich gerne spielen, solange man mich haben will."