Maischbergers Woche: Kevin Kühnert und Thomas Gottschalk zu Gast

„Maischbergers Woche“ : Kühnert spricht über die Groko und Thomas Gottschalk klärt über seine Gesundheit auf

Der Juso-Chef musste sich bei „Maischberger. Die Woche“ gegen den Vorwurf wehren, er habe seine Haltung geändert. Dabei überzeugte er zumindest Moderator Thomas Gottschalk. Der war eigentlich aus einem ganz anderen Grund zu Gast.

In einem waren sich die drei Kommentatoren bei „Maischberger. Die Woche“ einig. Morgenmagazin-Moderatorin Susan Link, Journalist Markus Feldenkirchen und Moderator Peter Hahne sahen alle einen Gewinner der Woche: Juso-Chef Kevin Kühnert. „Er ist der starke Mann“, sagt Link. Hahne nannte Kühnerts politischen Erfolg „enorm“. Und Feldenkirchen holte zu Vergleichen aus: „Als Juso-Vorsitzende waren Gerhard Schröder und Andrea Nahles programmatisch kleine Lichter - im Vergleich zu dem, was er da vorlegt.“

Die neue Lichtgestalt musste sich nach all diesen Vorschusslorbeeren dem Interview mit Sandra Maischberger stellen. Und die hatte natürlich vor allem eine Frage. Wie ist das denn nun mit der Großen Koalition? „Meine Haltung zur Großen Koalition ist unverändert“, sagte Kühnert. Also raus? „Nur der Parteitag kann daran etwas ändern. Das ist der Unterschied zwischen einer Haltung und einem politischen Prozess.“ Nach seinem Interview mit unserer Redaktion war zuletzt auch Kühnerts Haltung in Frage gestellt worden. Bei Maischberger verteidigte er sich. Sein vielzitierter Satz „Wer eine Koalition verlässt, gibt einen Teil der Kontrolle aus der Hand“ sei eine reine Erklärung gewesen, die sich aus dem Zusammenhang des Interviews erschließe. Er habe da keine Warnung vor einem Koalitionsende ausgesprochen.

Auch wehrte sich Kühnert gegen den Eindruck, er sei der entscheidende Strippenzieher hinter dem Erfolg der designierten SPD-Parteivorsitzenden Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken gewesen. „Manche Leute gucken ‚House of Cards‘ und denken so läuft das“, sagte Kühnert. „Aber so läuft das nicht.“ Die Parteimitglieder hätten aus innerer Überzeugung mehrheitlich Walter-Borjans und Esken gewählt. Nicht weil er das befohlen habe. Seinen Blick richte er nun auf das Wochenende. „Dass das ein lustiger Parteitag wird, das weiß ich ganz sicher“, sagte er. Hier entscheide sich jetzt die programmatische Ausrichtung der Partei. In deren Spitzenpersonal laut Kühnert auch Vizekanzler Olaf Scholz weiterhin einen Platz haben soll. Angesprochen auf dessen Wahlniederlage wählte der Juso-Chef einen Fußballvergleich. „Wer hat sich darum beworben, Mannschaftskapitän zu werden. Dabei hat er in der Mannschaft keine Mehrheit bekommen. Deswegen muss er aber jetzt nicht vom Platz“, sagte Kühnert.

Die Gäste bei Maischberger: Markus Feldenkirchen, Gastgeberin Sandra Maischberger, Moderatorin Susan Link, Thomas Gottschalk, Kevin Kühnert und Peter Hahne. Foto: ARD/Max Kohr/Max Kohr

So einig sich die Kommentatoren noch waren, dass Kühnert der Gewinner der Woche ist. So skeptisch zeigten sie sich über die Zukunft der designierten SPD-Vorsitzenden. „Ich glaube, dass die neue Parteispitze es tatsächlich schwer hat“, sagte Feldenkirchen. Link betonte, sie gehe von einer weiteren Hängepartie um die Große Koalition aus. Das sei ernüchternd. Hahne sprach gar von eine „Entzauberung von Kühnert“. Dieser könne jetzt nicht so tun, als wolle er die alte SPD erhalten. Mit Scholz und Großer Koalition.

Gelobt wurde Kühnert hingegen vom zweiten Interview-Gast des Abends. „Hier saß ein junger Kerl, der hat glänzend argumentiert. Der hat eine Vision. Der weiß, was er will“, sagte Moderator Thomas Gottschalk. Das vermisse er bei manchen älteren Kollegen. Ansonsten war Gottschalk an diesem Abend vor allem aus einem Grund bei Maischberger. Um zu zeigen, dass es ihm gut geht. Zuvor hatte er seinen Abschied als Radio-Moderator bei Bayern 1 mit dem Satz „Ich merke doch, dass mein Körper sein Recht fordert“ begründet. Zudem davon gesprochen, es jetzt langsamer angehen zu wollen. Schon kamen Gerüchte auf, Gottschalk sei gesundheitlich angeschlagen. „Ich habe dummes Zeug geredet“, sagte er bei Maischberger. Er habe seinen Ausstieg irgendwie begründen wollen. Ohne seine anderen Pläne zu verraten. Auch die Zuschauer am Mittwochabend erfuhren hierzu nichts neues. Aber immerhin konnten sie sehen: Gottschalk ist gesund.

„Die wahren Gründe, nämlich dass ich nun andere Pläne habe, wollte ich, wie das in solchen Fällen notwendig ist, nicht vorschnell, irgendwo verkünden, weil sie noch nicht spruchreif sind. Also habe ich gesagt, mein Arzt habe gesagt, es wäre schon riskant, wenn ich einmal im Monat das Bett verlassen würde. Das habe ich als Ausrede benutzt und es hat sich wie eine Lawine entwickelt“, sagte Gottschalk bei Maischberger. Später sagte er noch: „Ich höre in München auf und fange woanders wieder an.“