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"Late Night Berlin": Laschet & Scholz von Kinderreportern zur Bundestagswahl 2021 befragt

Kinderreporter befragen Kanzlerkandidaten : „Wer ist schlauer, Merkel oder Laschet?“

In der aktuellen Folge „Late Night Berlin“ mussten sich die Kanzlerkandidaten Armin Laschet und Olaf Scholz den Fragen der Kinderreporter Pauline und Romeo stellen. Ob beide dabei gut wegkommen?

Pauline und Romeo sind absolute Interview-Profis. Die beiden Kinderreporter von „Late Night Berlin“ mit Klaas Heufer-Umlauf auf ProSieben haben bereits einigen Rapper unangenehme Fragen gestellt und sie dabei so richtig ins Schwitzen gebracht. Nun mussten sich in der am Dienstagabend ausgestrahlten Folge die beiden Kanzlerkandidaten von Union und SPD, Armin Laschet und Olaf Scholz, dem Fragenhagel der kleinen Reporter stellen. Nächste Woche soll das Interview mit der Spitzenkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, ausgestrahlt werden.

In einem bunt ausgeleuchteten, mit Kuscheltieren ausstaffierten Zelt saßen die beiden Männer auf einem kleinen Kinderstuhl und wurden von links und rechts zu Themen wie Wirecard, Maaßen, Homo-Ehe oder der Masken-Affäre befragt. Doch auch die wirklich wichtigen Dinge, etwa nach wie vielen Purzelbäumen Armin Laschet schlecht wird oder ob Olaf Scholz lieber ein Pokemon oder ein Schlumpf wäre, wurden nicht ausgelassen. Die Fragen schienen nur auf den ersten Blick kindlich und naiv zu sein, denn eigentlich stellten sie genau die, die sich viele Bürgerinnen und Bürger vermutlich ebenso stellen.

So fragte Romeo beispielsweise, ob Armin Laschet die Polizei geschickt habe, um Menschen aus den Baumhäusern zu vertreiben und spielte damit auf die Räumung im Hambacher Forst an. Nachdem Laschet groß und breit erklärte, warum es denn zu gefährlich sei, einen Ofen in einen Wald zu stellen und dass dies verboten sei, hakte Pauline nach: „Aber das war gegen das Gesetz, oder?“ Laschet sagte, es sei nicht gegen das Gesetz gewesen. Es habe zwar ein Gericht gegeben, das dem zugestimmt hat, aber es gebe noch ein Obergericht, das das nochmals prüfen müsse. Daraufhin meinte Romeo: „Lügt das Gericht?“

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Ein anderes Thema war der Besuch von Armin Laschet bei den Flutopfern und sein unangebrachtes Lachen. „Da hat jemand eine blöde Bemerkung gemacht, kennste doch“, sagte Laschet zu Romeo. Doch Pauline bohrte weiter und kam zu dem Schluss, dass man ja eigentlich nicht Bundeskanzler werden könne, wenn man sich nicht benehmen kann. „Aber ich kann mich ja benehmen“, fügte Laschet daraufhin schnell hinzu. Auch beim umstrittenen Thüringer CDU-Politiker Hans-Georg Maaßen ließen die Kinderreporter nicht locker und wollten immer wieder vom CDU-Chef wissen, was er denn an ihm gut finde oder wo die beiden nicht einer Meinung seien. Laschet wich gekonnt aus und beantwortete dies nicht direkt, sagte aber mit Nachdruck, dass Maaßen weder ein Rechter noch ein Nazi sei und es unfair sei, ihn so zu betiteln. Diese Debatte schien ihm sichtlich unangenehm zu sein.

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Auch beim Thema Homo-Ehe gab es einen Disput: Laschet stritt ab, gegen die Ehe von Männern gewesen zu sein. Romeo berief sich auf ein älteres „Spiegel“-Interview. Daraufhin sagte Laschet mit einem belehrenden Unterton: „Du hast schon den ‚Spiegel’ vor so langer Zeit gelesen, das ist aber toll, dass du das kannst“. Darauf Romeo: „Nee, ich hab's gegoogelt.“

Auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz wurde in einem circa zehnminütigen Einspieler von Pauline und Romeo gelöchert. Was denn ein Scholz-O-Mat sei, wollten die beiden wissen, doch das konnte sich der Vizekanzler, dem oft vorgeworfen wird, er antworte wie ein Roboter immer gleich auf Fragen, auch nicht so ganz erklären. Ob der russische Präsident Wladimir Putin ein Mörder sei, fragte Romeo. Putin trage die Verantwortung, dass viele Menschen in Russland mit dem Leben bedroht seien, sagte Scholz. Und deshalb sollte dort Recht und Gesetz so herrschen wie in Deutschland. „Reden Sie jetzt wieder wie der Scholz-O-Mat?“, fragte Romeo grinsend.

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Dann wollte Romeo wissen, warum Kinder im Meer ertrinken mussten, nur weil sie nach Deutschland wollten und warum ihnen nicht einfach ein Flugzeug geschickt werde. Scholz antwortete, viele suchten Wege, die nicht sicher seien, man müsse versuchen, sie zu retten und ihre Heimat sicherer zu machen. Pauline sagte: „Kinder ertrinken.“ Scholz entgegnete, deshalb müsse man etwas zu ihrem Schutz tun. „Aber die Kinder können doch hier wohnen und dürfen doch zu uns kommen, oder nicht?“, fragte Romeo daraufhin. Scholz hatte in dieser Debatte sichtlich Mühe, die richtigen Worte zu finden, um den beiden Reportern die komplizierte Sachlage zu erklären.

„Meine Mutter hat Wirecard-Aktien gekauft, die sind jetzt alle nichts mehr wert, oder?“, wollte Romeo anschließend von Scholz wissen – und warum er als Finanzminister nichts dagegen gemacht habe. Man habe schon etwas gemacht, entgegnete der SPD-Kandidat, doch die Behörden hätten den Betrug nicht verhindern können. Deshalb sei es so wichtig, den Fall aufzuarbeiten.

In den sozialen Medien wurden die beiden Kinderreporter gefeiert und auch der Moderator Louis Klamroth, der in seiner Sendung „ProSieben-Bundestagswahl-Show“ die Kandidaten zu Gast hat, sagte als Gast bei „Late Night Berlin“: „Ich glaube, das waren die zwei härtesten Interviews im Wahlkampf, die ich bisher gesehen habe.“