Sat.1-Show "Yes we can dance": Kai Pflaume und die Nichttänzer

Sat.1-Show "Yes we can dance" : Kai Pflaume und die Nichttänzer

Köln (RPO). Peinliche C-Promis, ein langweiliger Moderator und glattweg überflüssige Juroren - so ließe sich die Bilanz der "größten Dance-Party des Jahres im deutschen Fernsehen" auf den Punkt bringen.

Kai Pflaumes vollmundige Ankündigung zu Beginn der neuen Sat.1-Tanzshow "Yes we can dance" am Freitagabend entpuppte sich leider schon beim ersten tanzenden Prominenten - Comedian Ingo Appelt - als Übertreibung des Jahres. Wer bei diesem Abklatsch der RTL-Tanzshow "Let's Dance" ästhetisch übers Parkett wirbelnde Promis erwartet hatte, dürfte bitter enttäuscht worden sein, denn in der Live-Sendung aus Berlin waren fast durchweg unbewegliche Kandidaten zu erleben.

So verunglimpfte Ingo Appelt als Frau verkleidet mit Perücke, angeklebten Brüsten und einem schwarzen, engen String-Body völlig talentfrei den Tanzhit "What a Feeling" auf der Bühne. Die Jury - zusammengesetzt aus der spitzzüngigen Désirée Nick, Comedian Wigald Boning und Moderator Joko Winterscheidt - gab dazu ihre teilweise grenzwertigen Kommentare ab.

Model Monica Ivancan und der zwei Köpfe kleinere Schauspieler Volker "Zack" Michalowski verblüfften durch ihren Größenunterschied, legten allerdings eine akzeptable Version eines Tanz-Klassikers von Fred Astaire und Ginger Rogers aufs Parkett. Ebenso peinlich wie das Nichttänzer-Paar Roberto Blanco und Christina "Mausi" Lugner beim Party-Hit "D.I.S.C.O." war Box-Weltmeister Arthur Abraham, der sich völlig steif zu dem Song "Call on me" von Eric Prydz bewegte.

Unbeholfen wirkte auch Fußballer-Frau Claudia Effenberg als "Material Girl" auf der Bühne. Sie hatte sich angeblich selbstironisch den Madonna-Hit ausgesucht und stapfte dazu zwischen jungen Tänzern umher. "Ich hatte Spaß dabei", japste sie nach der schwachen Kür ins Mikrofon des ebenso schwachen Moderators Pflaume, der Sparwitze riss und auch noch zwischendurch Werbung für seine Liebes-Show machte.

Etwas versöhnlich stimmte das letzte Paar des Abends: Fast wie Uma Thurman und John Travolta in dem Film "Pulp Fiction" twisteten Monrose-Sängerin Senna Guemmour (29) und Chorleiter Gotthilf Fischer (81) über die Bühne und eroberten damit spontan die Herzen der Fernsehzuschauer. Sie wählten die beiden am Ende per Telefonabstimmung ins Finale am 16. Oktober. Die Jury legte die zweiten Finalisten fest und entschied sich im Stechen zwischen Appelt und dem Duo Ivancan/Michalowski für das ungleiche Paar.

Balsam für die Augen war angesichts der geballten Unsportlichkeit der meisten Kandidaten der Auftritt der Tanz-Profis aus dem Musical "Dirty Dancing". Knapp sechs Wochen können die Fernsehzuschauer - am Freitag schalteten 11,6 Prozent der 14- bis 49-Jährigen ein - dem Tanzklamauk zuschauen. Einschließlich des Finales bietet Sat.1 fünf weitere Sendungen. Am nächsten Freitag (18. September) kämpfen unter anderen Musikproduzenten-Tochter Giulia Siegel, Sänger Guildo Horn und Model Marcus Schenkenberg um den Einzug in die Endrunde.

Hier geht es zur Bilderstrecke: "Yes we can dance": Sat.1 startet Promi-Tanzshow

(DDP/fb)
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