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China: Journalist nach Spionagevorwürfen zu fünf Jahren Haft verurteilt

China : Journalist nach Spionagevorwürfen zu fünf Jahren Haft verurteilt

Peking (rpo). Unter dem Vorwurf der Spionage für Taiwan hat ein chinesisches Gericht einen Hongkonger Journalisten zu fünf Jahren Haft verurteilt. Ching Cheong arbeitete für die in Singapur erscheinende Zeitung "The Straits Times" tätig, als er im April 2005 festgenommen wurde.

Staatlichen Medienberichten zufolge soll er bestätigt haben, dass er Militärgeheimnisse an Taiwan verkaufte und ein Spionagenetzwerk aufbauen wollte. Seine Frau Mary Lau und befreundete Journalisten in Hongkong wiesen dies aber zurück.

Die Verurteilung von Ching reiht sich ein in eine ganze Serie von Prozessen gegen Journalisten in China, mit denen die Behörden ihre Kontrolle über die Medien verstärken wollen. Dutzende Reporter wurden inhaftiert.

Erst am Freitag vergangener Woche wurde ein chinesischer Mitarbeiter der "New York Times" wegen Betrugs zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Freigesprochen wurde Zhao Yan hingegen vom Vorwurf des Verrats von Staatsgeheimnissen. Bei einem Schuldspruch wegen dieses Delikts hätten ihm bis zu zehn Jahre Haft gedroht. Die Redaktionsleitung der "New York Times" begrüßte Zhaos Freispruch von dem Verratsvorwurf und erklärte: "Das einzige, was Zhao Yan unseres Wissens begangen hat, ist Journalismus."

(ap)