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Gewinnerin bei "The Voice of Germany": Ivy Quainoo - die Anti-Lena

Gewinnerin bei "The Voice of Germany" : Ivy Quainoo - die Anti-Lena

Erst ganz zum Schluss zeigte Ivy Quainoo Nerven: Weinend bedankte sich die 19-Jährige bei ihrer Familie und den Zuschauern. Sie ist die Gewinnerin von "The Voice of Germany". Und das, obwohl sie allen gängigen Castingshow-Klischees widerspricht. Zum Glück.

Ganz souverän erobert Ivy Quainoo die Bühne, ergreift die Hand desPopstars Florence Welsh von "Florence and the Machine" und singt - großartig, mitreißend, mit einer unglaublichen Leichtigkeit. Ihr eigener Song "Do you like what you see" wird mit ebensolcher Grandezza gesungen - und nicht nur im Internet überschlagen sich die fans mit Superlativen, auch die Jury ist begeistert. Am Ende des Abends gewinnt die junge Frau aus Berlin-Neuköln "The Voice of Germany" - mit großem Abstand.

Dabei verkörpert Ivy Quainoo so gar nicht die gängigen Vorstellungen davon, wie aus einem Niemand über Nacht ein neuer Stern am Popstar-Himmel werden kann. denn schließlich gehört eine gute Stimme schon lange nicht mehr zu den wichtigsten Voraussetzungen. Und die hat die zierliche Sängerin mit den ghanaischen Wurzeln absolut.

Nicht nur das unterscheidet sie etwa von Lena Meyer-Landrut, der Entdeckung zum "Eurovision Song Contest" 2010. Die Gewinnerin des europäischen Wettbewerbs hat zwar eine eingängliche, nette Stimme, doch von großer Sangeskunst zu reden wäre glatt gelogen. Dafür überzeugte Lena nicht zuletzt mit ihrer Optik: Eine zarte junge Frau, extrem schlank, mit großen dunklen Rehaugen und langen Haaren. Und Lena Meyer-Landrut spielte gekonnt mit ihrem Image, flirtete, scherzte und kiekste mit kokettem Mädchen-Charme. Es wäre unfair zu sagen, dass sie nicht auch Ecken und Kanten zeigte. Doch häufig wurden diese als Zickigkeit interpretiert.

Bei Ivy Quainoo gibt es keine Ausreißer - weder nach oben noch nach unten. Die 19-Jährige verkörpert eine starke Persönlichkeit - ohne dass sie laut, schrill, cool oder besonders witzig wirken wollte. Während der ganzen Staffel neigte sie nie zu extrovertierten Ausbrüchen. Dadurch wirkt Ivy Quainoo nicht nur erstaunlich reif, sie wirkt auch absolut authentisch.

Große Gesten, große Gefühle, große Show - bei Ivy Quainoo sucht man danach vergeblich. Es sei denn, sie singt auf der Bühne. Und gerade deshalb sieht man der 19-Jährigen gerne zu, wenn sie mit ihrer außergewöhnlichen Stimme loslegt, dabei einfach nur selbstbewusst über die Bühne stöckelt und unglaublich präsent ist. Ihre wohltuende Schlichtheit hebt sie von vielen anderen Kandidaten ab. Und selbst von vielen etablierten Musikern.

Das man damit auch Erfolg haben kann, beweisen die aktuellen iTune-Charts: Ihre Single "Do you like what you see" eroberte am Samstag Platz eins.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das Finale von "The Voice of Germany"

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