Tatort "Mauerpark": Ist das Kunst oder kann das weg?

Tatort "Mauerpark" : Ist das Kunst oder kann das weg?

Berlin (RPO). Zehn Jahre Ritter und Stark in Berlin – da wollte sich der RBB einen ganz besonderen "Tatort" einfallen lassen. Und das ist über weite Teile auch gelungen. Allerdings versuchte der Film "Mauerpark" in einigen Szenen zu sehr Kunst zu sein. Getragen wurde der Film von einer starken Besetzung und einiger Spannung.

Berlin (RPO). Zehn Jahre Ritter und Stark in Berlin — da wollte sich der RBB einen ganz besonderen "Tatort" einfallen lassen. Und das ist über weite Teile auch gelungen. Allerdings versuchte der Film "Mauerpark" in einigen Szenen zu sehr Kunst zu sein. Getragen wurde der Film von einer starken Besetzung und einiger Spannung.

Dieser Film hatte sich viel vorgenommen. Ein toter Anwalt auf dem Schrottplatz, ein freigelassener Kinderschänder, eine kaputte Mutter, West-Berliner Luxus-Zwillinge und Brachland, wo einst die Mauer stand. Unterbrochen wurde dies immer wieder von schnell geschnittenen Berliner Nachtszenen und einem Treppenhaus, in dem es schneit. Das sah schön aus und machte nicht immer Sinn. Kunst erkennt man wohl, wenn man sie sieht.

Dass der Krimi dennoch funktionierte, lag auch am starken Ensemble. Rebecca Immanuel ("Edel & Stark") spielte nach längerer Mamapause eine herrlich undurchschaubare Millionen-Erbin, die sich letztlich als Kindesentführerin entpuppte. Qualität auch in den Nebenrollen. "Können Sie Männer verstehen, die Latte Macchiato trinken", fragte der schnauzbärtige Box-Buden-Besitzer. Auch der 120-Kilo-Schläger ("Boxen ist Kunst, Junge!") wusste zu überzeugen.

Was sich wirklich hinter der Geschichte einer Entführung versteckte, blieb für den Zuschauer lange im Dunkeln. Was auch daran lag, dass man genug damit zu tun hatte, der Handlung zu folgen. Bei derart vielen Verdächtigen war es nicht leicht, den Überblick zu bewahren. Bei der Auflösung (das Baby wurde auf der BRD-DDR-Transit-Autobahn ausgesetzt) konnte sich der Zuschauer entscheiden, ob er sie überraschend oder konstruiert fand.

Nach der Auflösung kam dann noch mal Kunst: Die Mutter des toten Kindes hält auf einer Autobahnbrücke ein anklagendes Pappschild hoch. "Schuld" ist darauf zu lesen. Ein starkes Bild, das ratlos macht. Passend zum Tatort "Mauerpark".
Ist das Kunst oder kann das weg? Kann bleiben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Berliner "Tatort"-Kommissare ermitteln im Mauerpark

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