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"House of Cards": Der UN-Sicherheitsrat fällt als Kulisse aus

Russland lehnt Bitte der Produzenten ab : "House of Cards": Der UN-Sicherheitsrat fällt als Kulisse aus

Sie ist eine der spannendsten Politik-Serien der letzten Jahre und hat weltweit schon viele Fans um sich geschart: "House of Cards". Die zweite Staffel läuft derzeit, die dritte soll bald gedreht werden. Ein Drehort allerdings fällt aus: die Räume des Weltsicherheitsrats in New York. Russland hat etwas dagegen.

Kevin Spacey alias Frank Underwood kämpft sich in "House of Cards" an die Macht — mit jeder Menge Intrigen. Die Dramaserie ist die Antwort auf den realen Politikbetrieb in Washington. Inspiriert wurde Autor Beau Willimon dazu im Jahr 2000, als er an Hillary Clintons Kampagne für ihre Wahl zur Senatorin mitarbeitete. Sein Konzept jedenfalls ging auf: "House of Cards" wurde bejubelt und mit Preisen ausgezeichnet, die zweite Staffel läuft bereits.

Angesichts des Erfolges wollen die Macher demnächst in die Produktion von Staffel 3 gehen und haben sich dafür auch einen besonderen Drehort ausgeschaut: die Räume des Weltsicherheitsrats in New York. Für zwei Episoden sollte das Hauptquartier der Vereinten Nationen als Kulisse dienen, schreibt die Webseite "Foreign Policy". Die Szenen, so schrieb der britische Diplomat Michael Tatham in einer E-Mail an die Mitglieder des Reates, sollten ein Treffen des Weltsicherheitsrates und Diskussionsszenen zwischen den Botschaftern hinter den Kulissen zeigen. Tatham habe zudem darin betont, dass dies helfen könne, das öffentliche Profil des Sicherheitsrates und der UN insgesamt zu stärken.

Doch aus Diplomatenkreisen hieß es nun, dass Russland eine entsprechende Bitte an die 15 Ratsmitglieder abgelehnt, also sein Veto eingelegt habe. Wie "Foreign Policy" schreibt, gehe dies aus E-Mails eines russischen Diplomaten und seinen Kollegen im Sicherheitsrat, die der Webseite vorliegen. So habe der russische Diplomat Michail Agasandian in einer Mail die Absage mit den Worten begründet, dass das Gebäude jederzeit für dringliche Sitzungen freigehalten werden müsse. Zudem habe er darauf bestanden, dass der Sicherheitsrat für keinerlei Filmaufnahmen zur Verfügung stehen dürfe.

China, das sich auch bei politischen Vetos immer wieder auf die Seite Russlands stellt, hält die russische Argumentation für "vernünftig", wie aus einer weiteren E-Mail hervorgehe.

Laut der Webseite hatte das Büro von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eine Woche zuvor befürwortet, dass Fernsehserien erlaubt sein soll, in den Räumen des UN-Sicherheitsrates zu drehen, wenn dort keiner mehr tätig ist — und auch dort dachte man an ein positiveres Image für den Rat. Doch daraus wird angesichts der russischen Absage nun erst einmal nichts.

Hier geht es zur Bilderstrecke: "House of Cards" geht in die zweite Runde

(das)