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"Höhle der Löwen" 2019: Das sagen die Gründer vom "Camping Butler"

„Höhle der Löwen“ : Mönchengladbacher Gründer wehren sich gegen Sexismus-Vorwürfe der TV-Investoren

Die Erfindung der Mönchengladbacher Unternehmer Simon Freutel und Ralf Winkelmann ist in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ nicht gut angekommen. Ein Grund: das Bild einer blonden Frau in schwarzem Kleid auf dem „Camping Butler“.

Wirklich überzeugen konnte das Unternehmer-Duo in der jüngsten Folge der Vox-Fernsehsendung, in der Gründer um die finanzielle Unterstützung von Investoren werben, nicht. Für ihren „Camping Butler“ haben Simon Freutel (37) und Ralf Winkelmann (36) keinen TV-Investor gefunden, der ihr Unternehmen mit 200.000 Euro unterstützt. Aber das interessiert die beiden herzlich wenig, denn seit Aufzeichnung ihres Auftritts bei „Die Höhle der Löwen“ Anfang des Jahres haben sie bereits selbst Investoren gefunden, die sie nach eigenen Angaben sogar noch mehr unterstützen, als sie es sich in der Sendung gewünscht hatten. „Wir sind gut versorgt“, sagte Mit-Geschäftsführer Ralf Winkelmann nach Ausstrahlung der TV-Show am Mittwoch unserer Redaktion. Und er verriet: „Unsere Erwartungen waren ohnehin nicht allzu groß.“

Die Automaten, die in etwa so groß sind wie eine Telefonzelle, sollen Urlaubern eine vollautomatische Leerung und Reinigung von WC-Kassetten aus Campingmobilen ermöglichen. Die Idee ist sicherlich originell, allerdings konnten die Unternehmer bei den „Löwen“ im Fernsehen weder mit einer genauen Analyse des Marktes, noch mit dem Design der Automaten punkten. Der Grund für die Kritik am Design: Auf dem „Camping Butler“, den die beiden in der Sendung präsentierten – ein Prototyp – war das Bild einer Frau in schwarzem Kleid und Stöckelschuhen zu sehen, die lächelnd einen WC-Tank in den Händen hält.

„Löwen“-Investor Frank Thelen etwa äußerte sich deutlich zur optischen Gestaltung des Automaten: „Das Design mit einer attraktiven Frau in einem engen Kleid ist 80er. Bitte lasst das sein.“ Ähnliches sagte Investorin Judith Williams: „Wir Frauen sind nicht nur für das Badezimmer oder die Küche verantwortlich!“ Sie machte die Unternehmer darauf aufmerksam, dass wir im Jahr 2019 leben.

Simon Freutel und Ralf Winkelmann haben das Design ihrer „Camping Butler“ bereits geändert, zu sehen sind statt einer Frau inzwischen schemenhaft die Umrisse eines Butlers in Sakko, der vornehm ein Tablet in einer Hand hält. Als frauenfeindlich oder gar sexistisch wollen die Unternehmer die ursprüngliche Abbildung der Frau nicht verstanden wissen. „Das war keine Absicht“, sagte Ralf Winkelmann. Vielmehr sollte die edel gekleidete Dame signalisieren, dass es sich bei dem Reinigungsautomaten um ein Luxus-Produkt handelt, das eben auch in Abendgeraderobe bedient werden könne – ohne, dass Nutzer schmutzig werden.

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Gefertigt wird der „Camping Butler“ in Aachen, Sitz des Unternehmens von Freutel und Winkelmann ist Mönchengladbach. Freutel ist Physiker, Winkelmann Maschinenbautechniker. Sie wollen mit ihrer Erfindung durchstarten und alle 3000 Campingplätze ansprechen, die es in Deutschland gibt. Bisher haben sie fünf der Automaten (Stückpreis: 15.000 Euro) verkauft, die die WC-Einsätze nach Münzeinwurf reinigen sollen. Ihr Ziel bis zum Jahresende: Sie wollen, dass ihre Geräte auf 20 Campingplätzen stehen.

Der Fernsehauftritt hat den Gladbacher Unternehmern einen gehörigen Marketing-Schub verpasst. „Wir haben seit dem Abend schon 200 E-Mails erhalten, unser Telefon klingelt fast ununterbrochen“, sagte Ralf Winkelmann am Morgen nach der Ausstrahlung.