Höhle der Löwen 2018 - Georg Kofler macht Kokosnusschips-Gründerin Angebot für 60 Sekunden

Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ : Die Frau, die mit Kokosnusschips zockte

Gleich vier Löwen wollten am Dienstag den Deal mit dem Kokosnusschipshersteller „Pook“. Doch nach dem Ausstieg Georg Koflers zog Investor Frank Thelen sein Angebot sogar doppelt zurück. Ralf Dümmel musste die Wogen glätten.

Die Nervosität war ihr deutlich anzusehen. Kanokporn Holtsch (37), genannt „Pook“, nahm ihre ganze Familie als Unterstützung mit, um die Investoren in der sechsten Folge der aktuellen Staffel der Vox-Show „Höhle der Löwen“ von ihrem Produkt zu überzeugen. „Pook“, so hat die gebürtige Thailänderin auch ihre gerösteten Kokosnusschips genannt. Sie sind vegan, frei von Öl und Geschmacksverstärkern. Doch kann die Knabberei die Löwen auch geschmacklich überzeugen? Immerhin hatte sich die Jungunternehmerin, wie sie selbst sagte, Hals über Kopf ins Abenteuer Gründertum gestürzt und bereits 100.000 Euro in ihre Idee gesteckt. Für zehn Prozent Unternehmensanteile erhoffte sie sich weitere 200.000 Euro von den Investoren. Die Löwen probierten die drei Geschmacksrichtungen „Original Sea Salt“, „Mango Sea Salt“ sowie „Chocolate Sea Salt“ und waren sich schnell einig: Lecker!

Investor Georg Kofler, der vom Kokossnack kaum loskam, ging in die Offensive und machte der Gründerin ein Knaller-Angebot. Er bot der Jungunternehmerin 300.000 Euro für einen Anteil von 26 Prozent. Allerdings fügte er hinzu: „Dieses Angebot gilt nur in den nächsten 60 Sekunden“. Kanokporn Holtsch und ihr Ehemann wirkten verunsichert. Doch Vertriebsexperte Ralf Dümmel schaltete sich ein und versicherte, es würden noch andere Angebote kommen. Weil das Paar auch diese hören wollte, stieg Kofler aus. Ebenso Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer, der kein Freund von Kokosnüssen ist.

Doch sowohl Ralf Dümmel als auch seine Mitstreiter Dagmar Wöhrl und Frank Thelen boten der Jungunternehmerin jeweils 200.000 Euro für 20 Prozent ihrer Unternehmensanteile. „Pook“ bekam die Auswahl zwischen drei Löwen, was nur selten vorkommt. Anstatt sich für ein Angebot zu entscheiden, bot die ehrgeizige Unternehmerin allen drei Löwen 15 Prozent ihrer Anteile an und versuchte, den Deal durch eine Umsatzbeteiligung schmackhafter machen. Doch Frank Thelen lehnte das Angebot mit den Worten „Jetzt bin ich zwei Mal raus“ erbost ab. Er warf der Gründerin und ihrem Unterstützer vor, ihre Hausaufgaben nicht gemacht zu haben, wenn sie sich nicht von vornherein für einen Partner entscheiden könnten. Weiter kritisierte er das Angebot der Umsatzbeteiligung, was für ihn nie infrage komme, und zog sich aus den beiden Gründen entschieden zurück.

Nach diesem dritten, härteren Ausstieg eines Löwen dürften die Gründerin und ihr Ehemann gewiss gezittert haben. Ob nun auch die anderen beiden Investoren einen Rückzieher machen würden? Doch Ralf Dümmel beruhigte erneut die Gemüter. „Von ganzem Herzen“ blieb er, ebenso wie Dagmar Wöhrl, mit dem vorherigen Angebot dabei, und machte nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle den Deal fix.

Auch Andreas Plath (48) aus Hamburg konnte Dümmel mit seinem „Trockenfix“ überzeugen. Auf der spiralförmigen Stange soll Wäsche schnell und platzsparend trocknen. Für 200.000 Euro überließ der 48-Jährige dem Vertriebler 49 Prozent seiner Unternehmensanteile. Der Investor sah in dieser Erfindung zwar „keine Raketeninnovation, aber etwas sehr Praktisches“. Zwei weitere Deals wurden an diesem Abend noch abgeschlossen. Einen davon schnappte sich Katharina Baumann, Gründerin von „Design Bubbles“. Mit ihren Kerzen aus Bio-Soja-Wachs in Kombination mit Champagnerflaschen konnte sie Familienunternehmerin Dagmar Wöhrl mit ins Boot holen. Carsten Maschmeyer investierte in „CurveSYS“, einer Lenkradsensorik für Autos. Die Erfindung von Denis Güzelocak und Stefan Weinzierl soll erkennen, wenn der Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert. Nach einer, wie Maschmeyer fand, schlechten Präsentation waren ihm die vorgewiesenen Patente der Gründer ausreichend, um sich mit 300.000 Euro 25,1 Prozent des Unternehmens zu sichern.

Nur „eatapple“ und „Yogaboard“ gingen an diesem Abend leer aus. Das Entwicklertrio Danilo Jovicic, Konstantin Neumann und Philipp Silbernagel hatte den ersten essbaren Strohhalm „eatapple“ aus Früchten mitgebracht. Der nachhaltige Gedanke der Stuttgarter gefiel den Löwen, doch weil der Geschmack und die Stabilität des Produkts noch nicht ausgereift waren, gab es kein Angebot. Auch Dominic Strobel und Patrick Walter aus Würzburg konnten mit ihrem „Yogaboard“ keinen Partner finden. Die Löwen waren sich zwar über die Hochwertigkeit des Produktes einig, das Yoga auf einem Surfbrett im Wasser imitieren soll, sahen darin jedoch keine Innovation.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Top-Produkte aus „Die Höhle der Löwen“ 2019

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