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Heute Show: Angriff auf Abdelkarim und Kamerateam wird in Sendung am Freitag behandelt

Neue „heute-show“ : Abdelkarim und Oliver Welke reden über Attacke auf ZDF-Team bei Hygiene-Demo

Am vergangenen Freitag wurden der „heute-show“-Comedian Abdelkarim und sein Team bei Dreharbeiten in Berlin heftig attackiert und verprügelt. Eine Woche später war der Angriff Thema in der neuesten Ausgabe der ZDF-Erfolgsshow.

Vor einer Woche stand dem „heute-show“-Team um Moderator Oliver Welke der Schock ins Gesicht geschrieben. Am 1. Mai hatten Unbekannte am Rande einer sogenannten „Hygiene-Demo“ in Berlin den Comedian Abdelkarim, der im Auftrag der ZDF-Sendung unterwegs war, sein Kamerateam sowie Sicherheitsleute unvermittelt angegriffen und zum Teil krankenhausreif geschlagen. Der Angriff sorgte für viel Aufsehen, das Team hatte die Dreharbeiten gerade beendet, als die Attacke losging.

Der Angriff auf das Team der „heute-show“ - hier mehr erfahren

Am späten Freitagabend wurde der Angriff auf das Team, der bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte, auch in der Satire-Show aufgegriffen. Moderator Oliver Welke startete mit dem Vorfall direkt zu Beginn der Sendung. „Jetzt haben wir als Satire-Sendung auch mal erfahren, wie es ist, in den Nachrichten vorzukommen – schön“, sagte Welke.

Der völlig geschockte Comedian Abdelkarim am 1. Mai in Berlin kurz nach der Attacke im Gespräch mit Polizisten. Foto: AP/Michael Sohn

Nach Beiträgen unter anderem zu Lockerungen der Corona-Auflagen und Forderungen aus der Autoindustrie nach staatlicher Unterstützung kam Welke erst am Ende der Sendung auf den Angriff zu sprechen.

Auf der „Hygiene-Demo“ in Berlin sei ein „bunter Verschwörungstheortikermix“ aus dem rechten und linken Lager gewesen, sagte Welke: „Die fordern da keine Seifenspender, sondern sind gegen die Corona-Maßnahmen“. Neben ihm hatte Comedian Abdelkarim inzwischen Platz genommen, er schilderte noch einmal seine Sicht der Dinge auf die Ereignisse von vor einer Woche.

Ihm gehe es mittlerweile gut, „alle Verletzten werden zu 100 Prozent wieder fit“, sagte Abdelkarim. Er hält die Aktion nicht für einen spontanen Einfall, sondern knallhart vorgeplant: „Die kamen so schnell auf uns zu gelaufen. Die kamen auf uns zu wie Zombies, die rennen konnten. Viele waren sich danach sicher: Das war geplant.“ Dies hätten ihm auch Polizisten später bei der Vernehmung versichert. Als er den Ernst der Lage erkannt hatte und die Gruppe auf ihn und seine Teammitglieder gestürmt kam, sei er los gelaufen, um Polizei zu holen, die rund um die Demo verstärkt im Einsatz gewesen war. Laut Welke hätten auch Fluchtfahrtzeuge für die Täter bereit gestanden.

Der Einsatz in Berlin war erst der zweite Außendreh für Abdelkarim, der bei der „heute-show“ schon öfters im Studio von Oliver Welke in Köln auftrat. Ob er denn weiter Lust hätte, für sie zu drehen, fragte Welke ihn abschließend. Abdelkarims Vorstellungen für einen neuen Dreh sind schon vorhanden: „Wettbüro oder Aufstiegsfeier von Arminia Bielefeld.“

Welke stellte ihm daraufhin in Aussicht: „Beim nächsten Mal schicken wir dich nur noch dahin, wo es wirklich schön ist: Die Landesgartenschau zum Beispiel.“

Die Sendung schloss Welke dann mit einem Appell anlässlich auch des zweiten Angriffs auf ein Kamerateam binnen einer Woche. Am Mittwoch wurde bei einer weiteren Hygiene-Demo in Berlin ein Kameramann der ARD von einem Demonstranten getreten. Welkes Schlusswort richtete sich also an die Teilnehmer: „Da fragt man sich schon, ist es konsequent, am Rande von Veranstaltungen, die sich für Grundrechte einsetzen, ausgerechnet die Pressefreiheit im wahrsten Sinne mit Füßen zu treten. Das als kleine Denksport-Aufgabe für kommende Demos und als leicht pastorales Schlusswort“ so Welke, bevor er an die Nachfolgesendung „Aspekte“ abgab.

Der Film von Abdelkarim auf der Hygiene-Demo am 1. Mai wurde in der „heute-show“ übrigens nicht gezeigt. Die Aufnahmen liegen gerade beim Landeskriminalamt und werden ausgewertet. Vielleicht gibt es dort weitere Hinweise auf die Täter.

Die Polizei hatte kurz nach dem Angriff sechs verdächtige junge Männer und Frauen festgenommen. Am Samstag wurden sie wieder freigelassen, „weil die Beweislage für einen dringenden Tatverdacht nicht ausreichte“ oder es keine Haftgründe gebe. Sie seien „nach polizeilichen Erkenntnissen teilweise der "linken Szene" zuzurechnen“.