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Überraschung bei Talkshow Warum das Ende von „Hart aber fair“ nicht im TV lief

Düsseldorf · Die letzte Viertelstunde der Talkshow war am Montagabend nicht im Fernsehen, sondern nur in der Mediathek zu sehen. Was der Grund dafür sein dürfte und ob das in Zukunft immer so sein soll.

Louis Klamroth moderiert „Hart aber fair“ seit vergangenem Jahr.

Louis Klamroth moderiert „Hart aber fair“ seit vergangenem Jahr.

Foto: WDR/Julia Sellmann

Wer am Montagabend „Hart aber fair“ im Ersten geschaut hat, erlebte im Schlussteil der Sendung eine kleine Überraschung. Als das Ende der Ausgabe wie im Programmplan vermerkt nach etwa 70 Minuten erreicht war, verkündete Moderator Louis Klamroth, dass er die Diskussion mit seinen Gästen nun in der Mediathek fortführen werde. Und so kam es dann auch: Während im Ersten die „Tagesthemen“ auf Sendung gingen, diskutierte Klamroth mit seinen Gästen weiter, ob Deutschland eine konservative Wende brauche. Insgesamt verlängerte der Moderator die Sendung in der Mediathek um 15 Minuten.

Auf Anfrage unserer Redaktion teilte eine Sprecherin des WDR am Dienstag mit, dass es sich bei diesem Vorgehen um ein Experiment gehandelt habe. Eine Wiederholung sei zunächst nicht geplant. Gegen Ende der Woche werde man wissen, wie viele Menschen die verlängerte Mediatheksfassung abgerufen haben, sagte die Sprecherin weiter.

Offenbar hoffen WDR und die verantwortende Produktionsfirma Florida Factual, dass sich auf diese Weise die Online-Abrufzahlen von „Hart aber fair“ steigern lassen. Denn das Talkformat steht unter Beobachtung: Laut einem Bericht von „Medieninsider“ muss jede Ausgabe der Sendung durchschnittlich auf 250.000 Abrufe in der Mediathek kommen. Bislang ist das aber den wenigsten Ausgaben gelungen: Laut „DWDL“ schaffte „Hart aber fair“ mit den ersten acht Ausgaben in diesem Jahr im Mittel nur 205.000 Videoabrufe. Gelingt es nicht, die Zahlen zu verbessern, könnte es auch eng für die Zukunft der Talkshow werden.

Zumindest im Fernsehen war „Hart aber fair“ am Montagabend vergleichsweise erfolgreich: Im Schnitt verfolgten die Sendung im Ersten 2,28 Millionen Zuschauer ab drei Jahren. Sollte nur ein Bruchteil dieser Menschen nach 70 Minuten in die Mediathek gewechselt sein, wäre das für die Verantwortlichen schon als Erfolg zu werten.

Derweil hatte sich Louis Klamroth bereits im Januar dieses Jahres offen für Experimente gezeigt. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte er: „Ich kann mir schon vorstellen, Sendungen in der Mediathek auszuprobieren, weil man dort einige Vorteile genießt. Zum Beispiel muss man sich nicht so eng an Zeitbegrenzungen halten.“