Gewalt in Charlottesville - emotionale Botschaft von Jimmy Fallon

Reaktion auf rechte Gewalt : Jimmy Fallons emotionaler Appell gegen Rassismus

Heftige Reaktionen nach der Gewalt in Charlottesville

Die Attacke in Charlottesville hat weltweit Empörung hervorgerufen. In der aktuellen Ausgabe seiner Late-Night-Show hat sich nun auch US-Moderator Jimmy Fallon zu den Vorkommnissen geäußert. Mit emotionalen Worten nahm er Stellung - gegen Intoleranz, Rassismus und Donald Trump.

Jimmy Fallon ist ein Entertainer, ein Spaßvogel vor der Kamera. Besonders zu Beginn seiner "Tonight Show" heizt er sein Publikum an, haut einen bissigen Spruch nach dem anderen heraus. Doch zum Auftakt der aktuellen Ausgabe ist es ruhig im Studio. Der Moderator tritt mit ernster Miene vor die Kamera. Er spricht mit leiser Stimme, die Hände gefaltet. Zum Lachen ist ihm offensichtlich nicht zumute.

Denn Jimmy Fallon möchte über die Ereignisse in Charlottesville sprechen. Dort wurde eine 32-jährige Frau getötet, als ein Autofahrer in eine Gruppe raste, die friedlich gegen Rechtsextremismus und Rassismus demonstrierte. Weitere 19 Menschen wurden verletzt. "Was dort passierte", so Fallon, war einfach widerlich. "Ich habe wie jeder andere die Nachrichten gesehen. Ich sah Nazi-Flaggen, Fackeln, Rechtsextreme und mir wurde schlecht."

Fallon habe plötzlich an seine Töchter denken müssen, die im Raum nebenan gespielt hatten. "Wie kann ich ihnen erklären, dass es so viel Hass in dieser Welt gibt?" Kinder bräuchten Menschen, zu denen sie aufschauen können, die ihnen zeigen, was gut oder schlecht ist. "Und sie brauchen Anführer, die an das Beste in ihnen appellieren."

Die Tage nach dem Drama haben Fallon offenbar gezeigt, dass seine Nation eben diese Anführer derzeit nicht hat. Donald Trump hatte lange mit einer öffentlichen Reaktion gewartet und schließlich gesagt, "viele Seiten" seien für die Gewalt in Charlottesville verantwortlich. Dafür erntete der US-Präsident heftige Kritik, auch aus den eigenen Reihen. Erst später verurteilte Trump den Angriff und bezeichnete die beteiligten Anhänger des Ku-Klux-Klans sowie die Neonazis als Kriminelle. "Die Tatsache, dass der Präsident zwei Tage gebraucht hat, um sich zu äußern und Rassisten klar zu verurteilen, ist beschämend", sagt der Moderator.

Umso wichtiger, so Fallon, sei es, dass sich die amerikanische Bevölkerung offen und geeint gegen Rassismus und Gewalt bekenne. "Es zu ignorieren, wäre ebenso schlimm, wie es zu unterstützen." Die Gegendemonstrantin, die in Charlottesville im Alter von 32 Jahren starb, habe ihr Leben für eine gute Sache gelassen.

So wie er es seinen Töchtern erklären müsse, habe jeder Mensch die Pflicht, zukünftigen Generationen zu zeigen, was Nächstenliebe sei. "Und, dass wir nicht vergessen haben, wie hart um Menschenrechte gekämpft werden musste. Wir dürfen nicht rückwärts gehen", sagt Jimmy Fallon sichtlich ergriffen und mit gebrochener Stimme.

Seine emotionale Videobotschaft, die über den Account "The Tonight Show" veröffentlicht wurde, verbreitet sich derzeit im Netz. Innerhalb weniger Stunden wurde das Video bereits millionenfach angeklickt.

(mro)
Mehr von RP ONLINE