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ARD-Film "Im Netz": Geschäftsfrau unter Terrorverdacht

ARD-Film "Im Netz" : Geschäftsfrau unter Terrorverdacht

Eine schicke Wohnung nachts um zwei Uhr: Eine Frau schläft ruhig neben ihrem Mann im Bett. Plötzlich steht die Polizei mitten im Zimmer. Wenige Augenblicke später werden der Frau Handschellen angelegt, und sie wird abgeführt. Der ARD-Film "Im Netz" behandelt das Problem digitaler Identitäten. Caroline Peters spielt grandios.

"Im Netz" erzählt von der erfolgreichen Unternehmensberaterin Juliane Schubert (Caroline Peters), die verdächtigt wird, einen terroristischen Anschlag in Köln und Umgebung mitgeplant zu haben.

Im Internet finden sich viele Spuren, die auf Julianes Schuld hindeuten: Wohnungen und Fahrzeuge soll sie gemietet, große Geldsummen transferiert und Bombenpläne gesucht haben.

Bald haben die Ermittler jedoch einen anderen Verdacht: Identitätsdiebstahl im Internet. Das kommt immer häufiger vor, sagt einer der Kommissare im Verhör. Juliane weiß auf einmal nicht mehr, wem sie trauen kann.

Was hat der mysteriöse Nachbar (Wolfram Koch) mit dieser Sache zu tun? Was treibt eigentlich ihr immer abgebrannter Freund (Felix Knopp)? Und wieso weiß ihr Geschäftskollege über all das immer schon Bescheid? Juliane fühlt sich verfolgt — von Menschen und Kameras; ein Alptraum im Internetzeitalter.

Der Film (Drehbuch: Ulli Stephan) verknüpft mit Terrorismus und Internet-Kriminalität zwei aktuelle Themen. "Im Netz" ist realistisch, spannend erzählt und nimmt unerwartete Wendungen. Nur manchmal driftet der Film ab ins Klischeehafte.

Die Nebenfiguren wirken etwas überzeichnet: die gestrenge Kommissarin, ihr etwas tapsiger Kollege und der undurchsichtige Mann vom Verfassungsschutz. Und als Juliane nicht mehr weiter weiß, zwingt das Drehbuch sie zum obligatorischen Griff zur Flasche.

Caroline Peters (41) spielt die kühle Unternehmensberaterin glaubhaft. Die Schauspielerin selbst hält das Szenario des Films für vollkommen realistisch. "Das kann jedem von uns jederzeit passieren", sagt Peters. Sie steht dem Netz im Allgemeinen kritisch gegenüber: "Für viele ist das Internet der Inbegriff von Freiheit. Für mich ist es vor allem eine Idee von Geschäftemacherei", sagte sie in einem Interview.

Auch persönlich hat Peters schon negative Erfahrungen mit dem Internet gemacht. Vor einiger Zeit haben Unbekannte versucht, ihr E-Mail-Konto zu knacken.

"Im Netz", ARD, 20.15 Uhr

(dpa)