Game of Thrones Staffel 8: Das passiert in Folge 2

„Game of Thrones“-Spoiler : Das passiert in der zweiten Folge der finalen Staffel

Die zweite Episode der achten Staffel bringt die Story über weite Stecken kaum voran. Aber sie ist dennoch eine der innigsten und emotionalsten Folgen der Serie. Achtung: Spoilergefahr.

 von Ludwig Jovanovic

Endlich kommen auch die letzten Haupt- und Nebenfiguren in Winterfell an. Und das heißt auch: Die zweite Folge nimmt sich sehr viel Zeit, um vergangene Geschehnisse Revue passieren zu lassen. Natürlich ist Daenerys nicht sonderlich begeistert von Jaime Lannister– der ihren Vater getötet hat. Aber Brienne von Tarth verbürgt sich für ihn und erzählt, wie er sie beschützt und dadurch seine Hand verloren hat. Am Ende ist es Sansa, die Jaime darum das Vertrauen ausspricht. Sie wartet allerdings nicht ab, was Daenerys zu sagen hat. Und der Blick der „Mutter der Drachen“ in dem Moment: Es fehlt nur noch, dass sie Feuer speit. Mit mühsam unterdrückter Wut wendet sie sich an Jon. Der geht aber deutlich sichtbar auf Distanz und sagt diplomatisch, dass man jeden in der kommenden Schlacht brauchen kann. Er braucht eben noch Zeit, um die jüngsten Enthüllungen über seine Herkunft zu verarbeiten und geht Daenerys darum aus dem Weg.

Und die ist wütend. Sehr wütend. Cersei Lannister hält ihr Wort nicht und schickt keine Truppen, der Mörder ihres Vaters findet Zuflucht in Winterfell. Sie lässt ihren Zorn an Tyrion aus – der für sie entweder ein Verräter oder dumm ist. Die Spannungen steigen und es deuten sich Risse in der brüchigen Allianz gegen den Nachtkönig an.

Sansa und Daenerys haben später einen Moment zusammen. Und man sieht, wie weit die Stark-Tochter gekommen ist und was sie gelernt hat. Es beginnt als diplomatisches Geplänkel, in dem Sansa wie einst Lord Petyr Baelish klingt. Daenerys versucht dann, die Gemeinsamkeiten zu betonen – weil beide Frauen in einer führenden Rolle mit allen Problemen sind. Es gibt sogar einen witzigen Moment: Daenerys sagt, dass Jon erst der zweite Mann sei, den sie liebe. „Wer war der andere“, fragt Sansa. „Er war größer“, meint Daenerys. Eine Anspielung darauf, dass der Schauspieler Kit Harrington mit 1,73 Meter kein Riese ist. Dann aber lässt Sansa die Maske fallen: Der Norden kämpft für die Unabhängigkeit und wird sich niemals wieder beugen – auch nicht vor einer Königin Daenerys auf dem Eisernen Thron. Hatte die Mutter der Drachen zuvor noch ihre Hand auf der von Sansa gelegt, zieht sie zurück, als ob sie sich verbrannt hätte

Der zweite Riss zeigt sich gegen Ende der Episode, als Jon der „Mutter der Drachen“ endlich die Wahrheit sagt. Und sie nimmt es wie erwartet auf: Sie faucht Jon an. Wie praktisch es doch sei, dass „dein Bruder Bran und dein bester Freund Sam das herausgefunden haben“. Was als inniger Moment an der Statue von Lyanna Stark begann, endet mit einer bitteren Erkenntnis für Daenerys: Jon wäre als Aegon Targaryen der letzte männliche Nachkomme und damit der Thronfolger.

Was der Nachtkönig will

Doch bevor dieser Konflikt eskalieren kann, kommen die Weißen Wanderer. Dafür wissen wir nun, was der Nachtkönig möchte: Es will die Welt der Menschen ausradieren. Und ein Hauptziel ist Bran, wie der Junge dem versammelten Kriegsrat erklärt: Als dreiäugiger Rabe sei er das Gedächtnis der Welt. Darum will der Nachtkönig ihn vernichten, um so auch jede mögliche Erinnerung an die Menschen auszulöschen – die er alle töten will. Bran wurde von ihm in einer Vision markiert. „Darum wird er mich überall finden.“ Aber der Junge möchte das als Vorteil nutzen und bietet sich als Lockvogel an. Beschützt von Theon Graufreud und den Eisenmännern. Denn, so Jon, die einzige Chance gegen die Armee der Toten besteht darin, ihn zu vernichten. Das ist indes keine neue Erkenntnis.

Ob Drachenfeuer den Nachtkönig besiegen kann? „Ich weiß es nicht“, gibt Bran zu. „Es haben noch nie Drachen gegen ihn gekämpft.“ Nun wissen wir auch, dass er als dreiäugiger Rabe dann doch nicht in die Zukunft sehen kann.

Das sind die großen Enthüllungen in der Folge, die sich ansonsten viel Zeit nimmt für die Haupt- und Nebenfiguren. Grauer Wurm plant mit Missandei eine Zukunft nach dem Krieg, wenn ihre Dienste nicht mehr benötigt werden. Sam, Jon und Eddison machen in der Nacht vor der Schlacht viele dumme Witze und denken daran zurück, wie sich begegnet sind. Und es gibt noch einen innigen Moment zwischen dem „Bluthund“ Sandor Clegane und Arya Stark. Beide erkennen, wie sehr sie sich verändert haben. Früher hätte sie unentwegt geredet, sagt er zu ihr. Und sie dachte, er würde nur für sich selbst kämpfen. „Ich habe für dich gekämpft“, erwidert er. Die beiden verbindet ein Band, das nicht viele Worte benötigt.

Was Arya tut

Und dann kommt die Szene, auf die so viele vor allem weibliche Fans gewartet haben: Arya und der Schmied Gendry tun es. Ja, sie haben Sex. Sie schlafen miteinander, weil Arya das noch vor der Schlacht erleben möchte. Ist das ein Wink mit dem Zaunpfahl? Zumal sie danach eher nachdenklich als glücklich wirkt.

Ein anderer großer Moment beginnt in der Halle von Winterfell. Zunächst sitzen da vor einem Feuer nur Jaime und Tyrion zusammen, der mehr oder weniger zugibt, nicht mehr die Gesellschaft von Huren zu suchen. Vermutlich seit er Shae umgebracht hat, die er liebte. Danach aber gesellen sich mehr und mehr vertraute Gesichter dazu. Es ist witzig und mit dem lodernden Feuer als einzige Lichtquelle wirkt es sehr innig. Und dann schlägt Ser Jaime Lannister endlich Brienne von Tarth zum Ritter. Er erfüllt ihr ihren großen Traum, die Tränen stehen ihr in den Augen. Uns auch.

Und Podrick, der sehr viel von Brienne gelernt hat, sorgt dann mal wieder für eine Überraschung: Er kann singen. Sehr gut sogar. Und er singt ein trauriges Lied. Es hat etwas von den „Herr der Ringe“-Verfilmungen von Peter Jackson und es lässt uns ahnen: Das war das letzte Mal, dass wir diese Menschen zusammen gesehen haben – weil einige die nächste Folge nicht überleben werden.

Jorah Mormont redet endlich mit Lyanna, der neuen Fürstin seiner Familie – die zwar nur wenig sagt, aber uns immer wieder Respekt einflößt. Und dann schenkt Sam ihm auch noch „Herzbann“ – das valyrische Schwert seiner Familie, weil es ihm in der Schlacht mehr nutzt als Sam.

Die zweite Episode hat viele kleine und große Momente, in der die Spannung spürbar ist. Insbesondere Daenerys schient alles zu entgleiten. Vor allem aber ist die Folge ein langer Abschied. Witze, Zukunftspläne und Erinnerungen: Nichts kann etwas daran ändern, dass am Ende der Folge der Tod vor den Toren steht.

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Neuer Trailer veröffentlicht: Das erwartet uns in der zweiten Folge von „Game of Thrones“

(veröffentlicht am 18. April)

Das Warten hat am Montag ein Ende. Dann kommt die zweite Folge der achten Staffel „Game of Thrones“ in Deutschland.

Die Macher der Erfolgsserie haben nun einen Trailer veröffentlicht, der schon einmal einen kleinen Vorguck auf die nächste Folge gibt. So viel vorweg: es gibt ein erstes Zusammentreffen von Jaime Lannister und Daenerys Targaryen. Und das Ganze in Winterfell, wo Jaime in der allerersten Folge beim Liebesspiel mit Schwester Cersei von Brandon Stark erwischt wurde. Bran wurde von Jaime aus dem Turm geschubst und seitdem querschnittsgelähmt.

Aber auch Daenerys ist nicht gut auf Jaime zu sprechen, hat er doch ihren Vater, den irren König getötet.

Zu sehen ist auch Tormund Riesentod, der von der Mauer zurückgekehrt ist und den restlichen Verbündeten die Horror-Nachricht vom Durchbruch der Untoten verkündet. hier geht es zum Trailer.

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„Game of Thrones“-Intro aus Ostfriesland wird zum Hit

(veröffentlicht am 17. April)

Langsam drehen sich die Zahnräder, nach und nach entfalten sich auf der Karte prächtige Bauten: Mit einem neuen PR-Film in Anlehnung an die Fantasy-Serie „Game of Thrones“ begeistert die Ostfriesland Tourismus Gesellschaft Internetnutzer. Ähnlich wie im Vorspann des Originals fliegt die Kamera über die Landkarte zu einzelnen Sehenswürdigkeiten, die dann in Nahaufnahme aus dem Boden wachsen. Zu sehen sind unter anderem die Evenburg in Leer und das Wasserschloss in Dornum.

„Wir hatten überlegt, wie wir unsere Burgen und Schlösser prominenter platzieren können“, sagte Oliver Knagge von der Ostfriesland Tourismus Gesellschaft am Mittwoch über das Video. Er hatte die Idee dazu. Ostfriesland zeige viele Parallelen zur Serie - etwa ließen sich die Sieben Friesischen Seelande an die Sieben Königslande aus „Game of Thrones“ anlehnen. Historisch korrekt ist das Projekt allerdings nicht ganz: So erstreckten sich die Sieben Friesischen Seelande bis in die Niederlande.

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Making-Of zu „Game of Thrones“: Kit Harrington quetschte sich Hoden ein

(veröffentlicht am 17. April)

Die erste Folge der achten Staffel ist Geschichte: Weltweit fiebern „Game of Thrones“-Fans der zweiten Folge entgegen. Um sich bis zum Ausstrahlungstermin die Zeit zu vertreiben, hat HBO ein 17-minütiges Making-Of der ersten Folge bei Youtube veröffentlicht. Schnell wird klar: So spektakulär, wie es in der Serie wirkt, ist sind die Dreharbeiten meist nicht. Es wird mit Green Walls gearbeitet und Daenerys und Jon Schnee reiten nicht auf echten Drachen, sondern auf Holzböcken. Erst im Schnitt werden daraus echte Drachen.Willkommen in der Filmrealität.

Die Holzböcke wurden Kit Harrington, dem Darsteller von Jon Schnee auch zum Verhängnis. Bei dem Drachendreh klemmte er sich seinen Hoden ein: „Auf so einem Bock zu reiten, ist echt nicht einfach. Der Drachen schaukelte heftig und dabei klemmte ich mir den Hoden ein. Ich konnte nicht mal mehr ‚Stopp‘ rufen.“

Immerhin: Für den Drachenausritt reiste ein Teil des Drehteams nach Island, während die anderen Szenen vor allem in Irland gedreht wurden.

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Achtung, Spoiler: Das passiert in der Auftaktfolge der achten Staffel von „Game of Thrones“
(veröffentlicht am 15. April)

Es ist so weit: Daenerys und Jon Schnee ziehen in Winterfell ein. Und als Reminiszenz an die allererste Folge vor acht Jahren kämpft ein kleiner Junge um den besten Platz, um alles zu sehen – so wie einst Arya, als Robert Baratheon nach Winterfell kam. Und der Einstieg in die finale Staffel spart nicht mit Bezügen zu vorherigen Episoden. Beispielsweise küsst Jon Schnee bei ihrem Wiedersehen Bran auf die gleiche Weise auf die Stirn wie damals in der ersten Staffel, als er zur Nachtwache aufgebrochen war.

Und doch ist alles anders. Wir hatten es vorhergesagt: Die Lords im Norden sind alles andere als begeistert davon, dass ihr König des Nordens sich Daenerys aus dem verhassten Haus Targaryen unterworfen hat. Der eine oder andere verweigert sogar seine Gefolgschaft. Die große Gefahr durch die Weißen Wanderer ist eben für viele nicht vorstellbar, die den Nachtkönig nicht gesehen haben. Für sie scheint es nur eine weitere Schlacht zu geben. Jon muss sich von fast allen Seiten Vorwürfe gefallen lassen. Am deutlichsten spricht es die junge Mormont-Fürstin Lyanna aus, die uns in den vergangenen Staffeln so sehr beeindruckt hat. Sie ist sauer. Und Sansa, die bei der neuen Armee in Winterfell gleich an Logistik und Versorgung denkt, befürchtet, dass Jon sich von seinen Gefühlen hat leiten lassen. Es wird zwar nicht gesagt. Aber sie weiß, dass ihr Bruder Robb Stark der Liebe gefolgt war – was am Ende in seinem Tod endete.

Die Herrin von Winterfell begegnet darum Daenerys sehr distanziert: Man kann die Luft zwischen ihnen regelrecht schneiden. Dafür erhalten wir auch eine der besten Dialoge der gesamten Folge. Sansa fragt: „Was fressen Drachen eigentlich?“ Die arrogante Antwort von Daenerys: „Alles, wonach es ihnen beliebt.“ Die beiden reden nur vordergründig über die Ernährungsgewohnheiten der Furcht einflößenden Tiere.

Und Jon? Der wird überraschend sogar von Arya zurechtgewiesen: Sansa kämpfe für die Familie. Er antwortet, dass er auch zur Familie gehöre. Arya: „Vergiss das nie.“ Die jüngste Stark-Tochter respektiert mittlerweile ihre Schwester, und es schwingt auch Bewunderung mit. Denn Sansa geht in ihrer Rolle als Herrin von Winterfell auf. Selbst Tyrion erkennt sie kaum wieder - als sie zu ihm sagt, dass sie ihn einst für einen der klügsten Männer gehalten habe. Nur, weil er immer noch darauf vertraut, dass seine Schwester Cersei Truppen nach Norden schickt. Tatsächlich tut uns Tyrion nicht nur da leid. Der „Gnom“ ist nicht mehr als ein Statist und Beobachter mit müden Witzen in dieser Folge. Die Zeiten, in denen er die Story voranbrachte, scheinen vorbei. Das ist schade.

Großer Moment für Jon-Schnee-Fans

Er reitet auf einem Drachen. Auf Rhaegal, um genau zu sein. Zusammen mit Daenerys. Sie landen danach weit entfernt von Winterfell. Bei einem Wasserfall im Schnee. Es könnte so romantisch sein. Aber Daenerys sagt dann, dass sie hier bleiben könnten. Man würde sie in Tausend Jahren nicht finden. Moment, das kennen wir doch. Etwas Ähnliches hat Ygritte damals auch zu ihrem geliebten Jon in einer Höhle gesagt. Und wir wissen, wie das ausgegangen ist: Jon verlässt Ygritte aus Pflichtgefühl, sie kämpft gegen ihn und stirbt dann in seinen Armen. Droht Daenerys etwas Ähnliches? Zumal die ganze Romantik durch den seltsamen Blick des Drachen Drogon gestört wird: Ist „Mamas Liebling“ etwa eifersüchtig auf den neuen Liebhaber der „Mutter der Drachen“?

Die größte schauspielerische Leistung der Episode verdanken wir aber Lena Headey als Cersei: Angeblich ist sie ja bereits schwanger von ihrem Bruder Jaime, der sie verlassen hat. Sie geht dann aber mit Euron Graufreud ins Bett, der dann stolz und selbstverliebt sagt: „Ich werden einen Prinzen in euren Bauch setzen.“ Was sich danach in Headeys Gesicht abspielt ist grandios. Wiederholt sich Cerseis Geschichte? Macht sie erneut einem Mann vor, dass sie sein Kind trägt – obwohl es von Jaime ist? So wie sie es bei Robert Baratheon getan hat. Oder hat sie das Baby längst verloren und trauert heimlich, als Euron zu ihr spricht? Es ist schwer zu deuten, aber dennoch berührend.

Dafür lässt sich die Folge noch Zeit, vieles andere aber wird schnell abgearbeitet: Theon Graufreud kommt noch nicht einmal ins Schwitzen, als er in Rekordzeit seine Schwester befreit und sich die beiden auf den Weg machen. Wir haben verstanden: Theon hat zu sich selbst gefunden, kommt nun auch nach Winterfell und kämpft für die Starks. Seine Schwester dagegen will die Eiseninseln erobern, um einen Rückzugsort zu schaffen – wenn die Schlacht bei Winterfell verloren geht. Ist das der sprichwörtliche Wink mit dem Zaunpfahl?

Bronn bekommt Gold, damit er im Auftrag von Cersei ihre Brüder Jamie und Tyrion tötet. Mit der Armbrust, die einst Joffrey gehört und mit der Tyrion seinen Vater getötet hatte. So sehr wir Bronn mögen und es nicht wahrhaben wollen: Am Ende ist er ein Söldner. Oder sind die beiden Lannister-Brüder ihm doch ans Herz gewachsen?

Cerseis Söldnerheer, die „Goldene Kompanie“, ist in Königsmund angekommen – aber zum Leidwesen der Königin ohne Elefanten. Die hätte sie gerne den Drachen von Daenerys entgegengesetzt. Und Tormund und Beric Dondarrion haben das Ende der 7. Staffel überlebt. Sie treffen in der Burg „Letzter Herd“ auf das Gemetzel, dass die Armee der Toten angerichtet hat. Der junge Lord Umber ist ein Untoter geworden und wird von Beric verbrannt – mit einem markerschütternden, Angst einflößenden, überaus gruseligen Schrei.