Game of Thrones Staffel 8: Analyse zum Trailer - so episch wird das Serien-Finale

Trailer zu Staffel 8 veröffentlicht : So episch wird das Finale von „Game of Thrones“

Überraschend hat der Sender HBO am Dienstag nun doch noch einen Trailer zur finalen Staffel von „Game of Thrones“ veröffentlicht. Am 14. April beginnt das Endspiel - und es wird episch. Eine Analyse.

Arya (Maisie Williams) atmet schwer, sie lehnt mit dem Rücken zu Wand, Blut fließt aus einer Wunde an der Stirn. Entsetzen und Furcht stehen ihr ins Gesicht geschrieben. Und dann rennt sie los durch die Gänge von Winterfell. So beginnt der Trailer zur achten und finalen Staffel von „Game of Thrones“, die am 14. April startet und schon in der Nacht auf den 15. April ab 3 Uhr bei Sky zu sehen ist.

Arya hält in ihrer Hand ein Messer mit einer Klinge aus Drachenglas. Sie hat offenbar gegen die Untoten gekämpft. Doch etwas hat ihr dann Angst gemacht. Dabei hat die Stark-Tochter schon oft Tote gesehen und selbst viele getötet. Sie ist durch die harte Schule der „Gesichtslosen Männer“ gegangen und hat um ihr Leben gekämpft. Aber auf einmal ist da keine Spur mehr von ihrer distanzierten Kühle, von ihrem Selbstbewusstsein und ihrer leichten Arroganz. Um das noch zu unterstreichen, zeigt der Trailer uns Arya, die ruhig und gelassen sagt, dass sie den Tod kenne. Er habe viele Gesichter und sie würde sich freuen, nun dieses zu sehen. Dabei hält sie das Drachenglas-Messer und meint anscheinend die Weißen Wanderer.

Aber die Realität ist schrecklicher als alles, was sie sich vorgestellt hat. Und das lässt zwei Vermutungen zu: Wir sehen tatsächlich die gigantischen Eisspinnen, von denen die alte Nan (Margaret John) dem jungen Bran (Isaac Hempstead Wright) in der ersten Staffel erzählte – als sie über die „Lange Nacht“ sprach, in der die unheimlichen Kreaturen schon einmal Westeros heimsuchten. Solche Monster könnten selbst Arya Angst einjagen. Aber das scheint dann doch etwas sehr fantastisch.

Wir vermuten daher, dass Arya sieht, wie ein vertrauter Mensch von den Untoten zerrissen und dann wieder zum Leben erweckt wird – um für den Nachtkönig zu kämpfen. Ist es Gendry (Joe Dempsie)? Er und Arya standen sich einst sehr nahe. Oder ist es sogar Jon Schnee (Kit Harrington), der im Kampf gegen den Nachtkönig stirbt und als Untoter wiederkehrt? Es gibt keine Garantie dafür, dass die Lebenden die Schlacht gewinnen. Das weiß auch Varys (Conleth Hill). Der Berater von Daenerys hat mit allen, die nicht in der Lage sind zu kämpfen, im Trailer offenbar Zuflucht in einem unterirdischen Gewölbe gefunden – auch wenn sie nichts schützen kann, wenn die Weißen Wanderer Winterfell einnehmen.

Dafür wissen wir nun dank des Trailers, dass Beric Dondarrion (Richard Dormer) und Tormund Riesentöter (Kristofer Hivju) überlebt haben. Nachdem der Nachtkönig in Staffel 7 bei Ostwacht die Mauer niedergerissen hatte, war ihr Schicksal ungewiss. Sie stehen mit Edd Tollett (Ben Crompton), dem neuen Kommandanten der Nachtwache, in einem dunklen Gewölbe. Es brennt kein Feuer dort, nur Berics Flammenschwert spendet Licht. Haben sie sich in einen Gang unter der Mauer gerettet? Gibt es ein längst vergessenes Tunnelsystem, das die Festungen der Nachtwache verbindet? Möglicherweise sogar mit Winterfell? Und stoßen sie so auf ein uraltes Geheimnis? Denn zeitgleich mit ihrem Auftreten hören wir Bran Stark sagen: „Alles, was du getan hat, brachte dich dorthin, wo du jetzt bist. Wo du hingehörst.“ Wir werden den Gedanken nicht los, dass Bran da mit dem Nachtkönig spricht – und nicht mit Samwell Tarly (John Bradley), wie es im Trailer scheint. Etwas ist in Winterfell verborgen, und es gibt eine Verbindung zwischen der Familie Stark und den Weißen Wanderern. Davon sind wir mittlerweile überzeugt.

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Später dann sehen wir, wie Daenerys (Emilia Clarke) in der Gruft von Winterfell zu Jon Schnee geht. Er steht vor der Statue von Lyanna Stark. Seiner Mutter, wie beide offenbar wissen: Glücklich sieht keiner von ihnen aus. Sie kennen nun die Wahrheit: Die Liebenden sind tatsächlich Verwandte, und Jon ist ein Targaryen. Doch das darf zunächst keine Rolle spielen. „Es kommt ein Feind, der nicht müde wird, nicht anhält und nichts fühlt.“ Mit diesen Worten wird die brüchige Allianz des Nordens mit Daenarys aufrechterhalten. Schließlich kämpfen nun mit Drogon und Rhaegal zwei Drachen auf der Seite der Lebenden. Und die hinterlassen in Winterfell und Winterstadt vor den Toren der Festung ziemlichen Eindruck. Die Bewohner sind im Trailer verschreckt, Sansa (Sophie Turner) ist mehr als erstaunt – und Arya lächelt. Schließlich war sie immer schon von den Schwestern Aegons des Eroberers fasziniert, die auf Drachen ritten und an der Seite ihres Bruders kämpften.

Später sehen wir Drogon und Rhaegal, wie sie majestätisch über Schnee und Eis gleiten – und etwas verbrannt haben: Haben sie Beute gemacht? Oder waren es Untote? Jon und Daenerys sind jedenfalls bei ihnen: Werden wir also sehen, wie der einstige Bastard sein Erbe als Targaryen annimmt und auf Rhaegal reitet, der nach seinem wahren Vater benannt ist? Vielleicht zieht er sogar mit ihm in die Schlacht und einem speziellen Speer in der Hand: Schließlich sehen wir Gendry in einer Schmiede. Dort lassen sich Waffen aus brüchigem Drachenglas indes kaum anfertigen. Und gegen die Weißen Wanderer hilft kein Stahl – außer er stammt aus dem untergegangenen Valyrien. Arbeitet Gendry also an einer neuen Waffe geschmiedet aus den wenigen valyrischen Schwertern, die noch vorhanden sind? Für eine Schlacht, die brutal werden wird.

Wir sehen im Trailer das Heer der Unbefleckten und die Ritter des Grünen Tals, die Lord „Kleinfinger“ Baelish in den Norden geführt hatte. Arya und Brienne (Gwendoline Christie) kämpfen verbissen. Und Jaime Lannister (Nikolaj Coster-Waldau) ist ebenfalls in Winterfell angekommen. Er muss sich dort zwar zunächst behaupten. Weder er noch seine Familie sind im Norden beliebt. Seine Schwester Cersei hat zudem ihr Wort gebrochen und keine Truppen entsandt. Aber „ich habe geschworen, für die Lebenden zu kämpfen. Und ich habe vor, dieses Versprechen zu halten“. Das sagt Jaime offenbar in Winterfell. Zuvor ruft er etwas. Es scheint der Name seines Söldners und irgendwie auch Freundes Bronn (Jerome Flynn) zu sein, vielleicht ist es auch Brienne. Mit Absicht ist das schwer rauszuhören. Aber jemand, der ihm Nahe steht, wird im Kampf sterben.

Die Schlacht bei Winterfell wird indes nicht die einzige Auseinandersetzung in der finalen Staffel sein. Wir sehen im Trailer auch die Schiffe Euron Graufreuds (Pilou Asbaek). An Bord ist die „Goldene Kompanie“: Ein Söldnerheer aus zehntausend Soldaten, das Cersei (Lena Headey) angeheuert hat. Von hinten sehen wir ihren Anführer Harry Strickland, der von dem deutschen Marc Rissmann gespielt wird. Später taucht er noch einmal auf: In Königsmund, als er von Cersei Befehle annimmt. Und wir sehen im Trailer Tyrion Lannister (Peter Dinklage), der offenbar nicht im Schnee, sondern vermutlich vor den Toren von Königsmund steht – und traurig nach oben blickt. Wir denken, die Drachen brennen da gerade die „Rote Feste“ in der Hauptstadt nieder. Es wäre das Ende der Regentschaft von Cersei.

Und die lächelt im Trailer – als sie in Königsmund aufs Meer blickt. Sie kann die Ankunft der „Goldenen Kompanie“ kaum erwarten. Später taucht sie noch einmal auf, als sie in ihrem Zimmer zunächst überaus zufrieden wirkt. Doch dann schleicht sich etwas Trauriges ein. Wir sehen zwei Möglichkeiten: Die Schlacht um Winterfell wird verloren, was ein Vorteil für sie wäre. Aber ihr Bruder Jaime stirbt dabei. Oder aber sie weiß, dass nun ihr Ende naht – als Jaime plötzlich in ihrem Schlafzimmer steht. In die Freude über die Rückkehr ihrer einzigen Liebe mischt sich Wehmut. Nun erfüllt sich die Weissagung der Hexe, die in den Büchern der jugendlichen Cersei prophezeite: Sie werde durch die Hände des Valonqar sterben. Der Begriff stammt aus dem Valyrischen und bedeutet „jüngeres Geschwisterteil.“ Jaime ist zwar ihr Zwillingsbruder, aber er wurde nach ihr geboren.

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