Von "Game of Thrones" bis "Star Trek": Filmsprachen: Fluchen wie ein Dothraki

Von "Game of Thrones" bis "Star Trek" : Filmsprachen: Fluchen wie ein Dothraki

Für TV-Serien wie den Fantasyhit "Game of Thrones" oder auch Kinofilme werden ausgefeilte Kunstsprachen erfunden. Es sind diese kleinen Details, mit denen die Macher beim Zuschauer punkten.

Fußgänger geht gar nicht. "Die größte Beleidigung für einen Dothraki ist, ihn Fußgänger zu nennen, was in seiner Sprache 'ifak' heißt", sagt David J. Peterson und lacht. Der 33-jährige Sprachwissenschaftler aus Kalifornien, Typ ewiger Student, hat für die Fantasysaga "Game of Thrones" eine fiktive Sprache erfunden - und zwar für das wilde Reitervolk der Dothraki, das in der Fernsehserie eine wichtige Rolle spielt und dessen Zugehörige andere Menschen, die hauptsächlich zu Fuß unterwegs sind, für Warmduscher halten.

Die weltweit erfolgreiche amerikanische Serie, die auch in Deutschland eine große Fangemeinde hat und im Bezahlfernsehen sowie bei RTL2 läuft, punktet eben nicht nur bei Drehorten und Ausstattung mit enorm viel Aufwand, sondern auch bei Details, die auf den ersten Blick eher unwichtig erscheinen.

Wer jetzt allerdings meint, die vom Linguisten Peterson erfundene Sprache bestehe nur aus ein paar kehlig-knurrigen Lauten, die von den Dothraki-Darstellern mal eben so dahingekrächzt werden, der irrt gewaltig. Dothraki ist eine richtige Sprache, die aus mittlerweile mehr als 3800 Wörtern besteht und auf einer eigens entwickelten Grammatik basiert. "Ich denke, das beste Mittel, eine Sprache realistisch klingen zu lassen ist, sie so realistisch wie möglich zu machen", sagt Peterson, der für die HBO-Serie "Game of Thrones" auch die Sprache Valyrian geschaffen hat. Als Spracherfinder müsse man sich genau anschauen, mit welcher Kultur und welchen Figuren man es zu tun habe, erklärt Peterson. "Du machst dir ein Bild von ihrem Leben und schaffst Schritt für Schritt ein Vokabular."

Pferd heißt auf Dothrakisch "Hrazet", das Wort "Zhavvorsa" steht für Drache, das Verb "dothralat" heißt reiten, "elzat" bedeutet antworten und das Wort Danke kommt in der Dothrakiwelt nicht vor - finstere Krieger bedanken sich schließlich für nichts und bei niemandem.

Bei der Erfindung mancher Begriffe hat der 33-Jährige auch aus seinem persönlichen Erfahrungsschatz geschöpft: So lautet die Übersetzung für das dothrakische Wort "erin" nicht von ungefähr gut und freundlich, denn Erin ist der Vorname von Petersons Frau.

Völlig klar, dass es bereits Wörterbücher und Grammatik-Lehrbücher für Dothraki gibt und die Sprache von "Game of Thrones"-Enthusiasten überall auf der Welt fleißig gebüffelt wird.

Dothraki ist bei Weitem nicht die einzige Kunstsprache, die für fantastische Welten erfunden wurde. Berühmt ist auch Klingonisch, das in den Filmen der Saga "Star Trek" von den außerirdischen Klingonen gesprochen wird. Der amerikanische Sprachwissenschaftler Marc Okrand hatte die Kunstsprache in den 80er Jahren entwickelt: Es gibt nicht nur Wörterbücher, regelmäßig erscheinende Zeitschriften und Übersetzungen wie etwa Shakespeares "Hamlet" auf Klingonisch, sondern sogar ein "Klingon Language Institute" mit Sitz in den USA, dessen 2500 Mitglieder in mehr als 50 Ländern sich der Pflege und Erhaltung der klingonischen Sprache widmen. Für frischen Wind hat in jüngster Zeit außerdem die auch in Deutschland beliebte Sitcom "The Big Bang Theory" gesorgt: Die jungen Helden der Serie sind große Star-Trek-Fans und pflaumen sich schon mal auf Klingonisch an.

(RP)
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