1. Panorama
  2. Fernsehen

Berlin: Ferres spielt betrogene Ehefrau

Berlin : Ferres spielt betrogene Ehefrau

In dem Drama "Mein Mann, ein Mörder" treibt Ulrich Noethen ein gefährliches Doppelspiel.

Der Alltag von Minette und Paul wirkt wie eine heile Welt: Sie leben in einer schmucken Münchner Altbauwohnung, haben zwei Kinder und Jobs, die sie ausfüllen. Sie treffen sich mit Freunden zum Dinner und gehen in die Oper. Das ist aber nur ein Teil ihres Lebens – der andere ist schmutzig und läuft im Verborgenen ab. Er hat mit Betrug, missbrauchtem Vertrauen und einem Mordverdacht zu tun. "Es gibt Kalbsschnitzel", sagt Minette (Ferres) am Telefon. Paul (Noethen) antwortet "Da freu ich mich drauf", legt auf – und wendet sich Nora zu. Seiner Geliebten. Was er nicht weiß: Minette sieht von weitem zu, versteckt im Parkhaus gegenüber des Hotels. Ein Ränkespiel beginnt.

In Lancelot von Nasos "Mein Mann, ein Mörder" überzeugen Veronica Ferres (48) und Ulrich Noethen (53) in ihren Rollen als Eheleute. Regisseur von Naso präsentiert dem Zuschauer einen Film über Unausgesprochenes und verborgene Welten. Es ist kein plattes Mann-betrügt-Frau-mit-Jüngerer-Thema, das er auftischt. Es geht um innere Zerrissenheit.

Es gibt die Ebene des Familienlebens, das schön anzusehen ist. Dann die der Beziehung Noethens zu seiner Geliebten, die von ihm fordert, dass er sich von seiner Frau trennt. Und es wird die Welt von Minette sichtbar, die von einem Mann, der sich als Partner von Nora ausgibt, mit Infos über den Seitensprung versorgt wird. Naso lässt alles subtil am Küchentisch peu à peu eskalieren – mitten in der Familienidylle bei Zürcher Geschnetzeltem und Rotwein. Zeit für Wahrheiten, auch wenn es zunächst nur halbe sind. "Nachrichtensendungen zeigen meist die Toten, ein Spielfilm kann die Menschen zeigen, die übrig bleiben", hat von Naso einmal erklärt.

"Mein Mann, ein Mörder" setzt sich ebenfalls mit dem auseinander, was bleibt. In diesem Fall von einer Ehe, in der die Heimlichkeiten immer größeren Raum einnehmen. Aber der rund 90 Minuten lange Film bietet auch gute Unterhaltung: Er nimmt eine fatale Wende, als Paul mit Nora über das Wochenende nach Prag fährt. Er beteuert auf der Zugfahrt dorthin, dass er seine Frau nicht für sie verlassen wird. "Ich spiele nicht Familie, ich habe eine." Von der Reise kommt er allein zurück – das Familiendrama verwandelt sich in einen Krimi: Minette hat ihren Ehemann zwar ganz für sich, muss sich aber mit einem Mordverdacht auseinandersetzen.

"Mein Mann, ein Mörder", Arte, 20.15 Uhr.

(dpa)