ESC 2020 in Rotterdam: Deutscher ESC-Vorentscheid steht vor dem Aus

Nach vorletztem Platz in Tel Aviv : Deutscher ESC-Vorentscheid steht vor dem Aus

Der Norddeutsche Rundfunk soll einem Medienbericht zufolge den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2020 gestrichen haben. Im letzten Jahr wurde eine Veränderung des Wettbewerbs angekündigt.

Der deutsche Vorentscheid für den Eurovision Song Contest steht vor dem Aus. Für den Wettbewerb am 16. Mai in Rotterdam soll nicht wie in den Vorjahren der Zuschauer per Abstimmung entscheiden, das berichtet „Bild“. Stattdessen soll der federführende Sender für den ESC in der ARD, der Norddeutsche Rundfunk, einen Kandidaten oder eine Kandidatin für den großen Musikwettbewerb im Mai benennen. Der Hintergrund für die Änderung bei der Vorauswahl für den ESC liegt im vergangenen Jahr.

Damals kamen Schiebungsvorwürfe ans Licht, nachdem das Duo „S!sters“ für den Vorentscheid zugelassen wurde, obwohl die beiden Sängerinnen Charlotte Truman und Laura Kästel sich nicht über ein Songschreiber-Training für den Vorentscheid qualifiziert hatten. Sie gewannen den Wettbewerb, landeten beim Song Contest in Tel Aviv mit ihrem Song „Sister“ allerdings nur auf dem vorletzten 25. Platz. Danach starteten – mal wieder – die Diskussionen um eine Modifizierung der deutschen Qualifikation. Schließlich ist Deutschland einer der Hauptgeldgeber für den großen Contest, doch seit dem Erfolg von Lena Meyer-Landrut 2010 in Oslo sind die Leistungen der Musiker bis auf den vierten Platz von Michael Schulte 2018 und Platz acht von Roman Lob 2012 deutlich hinter den Erwartungen der Senderchefs.

Bei dem ESC 2019 in Tel Aviv siegte der Niederländer Duncan Laurence mit seiner Ballade „Arcade“. Für die Niederlande war es der fünfte Sieg bei dem Musikwettbewerb - zuletzt gewann das Land vor 45 Jahren. Auf Platz zwei kam Italien, auf Rang drei Russland. Den vierten Platz belegte die Schweiz mit Luca Hänni, der 2012 die RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ gewonnen hatte.

Insgesamt nahmen am ESC in diesem Jahr 41 Länder teil. 15 Beiträge wurden in den beiden Semifinals aussortiert, darunter die Lieder aus Belgien, Polen, Portugal und Österreich.

Neben Deutschland sind als große Geldgeber automatisch Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien fürs Finale gesetzt, ebenso der Gastgeber, also 2019 Israel und dieses Jahr die Niederlande.

Bis zum 9. März müssen die Teilnehmer des ESC bei der Europäischen Rundfunkunion EBU gemeldet werden.

(mja)