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Nach 20 Monaten: Emig-Verfahren noch immer in der Schwebe

Nach 20 Monaten : Emig-Verfahren noch immer in der Schwebe

Frankfurt/Main (RPO). Die Ermittlungen gegen den ehemaligen Fernsehmoderator Jürgen Emig sind auch nach mehr als 20 Monaten nicht abgeschlossen. Wann die Anklage gegen den 61-Jährigen wegen Bestechlichkeit erhoben wird, ist unklar, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main, Doris Möller-Scheu, am Mittwoch auf ddp-Anfrage sagte.

Emig wird vorgeworfen, in Sportsendungen des Hessischen Rundfunks (HR) Produkte von Geschäftspartnern seiner Frau platziert zu haben. Außerdem soll er kleine Sportvereine und Veranstalter dazu gebracht haben, für öffentlich-rechtliche Sendezeit zu bezahlen.

Die Ermittlungen sind laut Möller-Scheu auch deswegen "langwierig", weil die Anklagebehörde auf die Zusammenarbeit mit dem HR angewiesen war. Der Sender habe den Ermittlern Beweismaterial gegen seinen ehemaligen Sportchef liefern müssen. In dem Verfahren, das die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten erschütterte, hatte die Staatsanwaltschaft eigenen Angaben zufolge zwischenzeitlich gegen elf Beschuldigte ermittelt. Mittlerweile laufe das Verfahren in Frankfurt nur noch gegen Emig, dessen Frau und Emigs Geschäftspartner Harald Frahm.

Die Vorwürfe gegen Emig datieren bereits aus dem März 2004. Einen Monat später hatte die Staatsanwaltschaft ein förmliches Ermittlungsverfahren gegen den langjährigen Sportchef eingeleitet. Der HR hatte Emig daraufhin fristlos entlassen. Gegen diese erste Kündigung hatte Emig erfolgreich vor dem Frankfurter Arbeitsgericht geklagt. Über die Rechtmäßigkeit einer zweiten Kündigung will das Gricht aber erst nach Abschluss der strafrechtlichen Untersuchungen entscheiden.

Im Laufe der Ermittlungen hatte Emig im Sommer 2005 zweimal wegen Verdunklungsgefahr in Untersuchungshaft gesessen. Neben Emig war auch MDR-Sportchef Wilfried Mohren ins Visier der Ermittler geraten. Gegen ihn ermittelt die sächsische Anti-Korruptionseinheit INES.

(afp)