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Live-Experiment: Ein Reporter im Menschenzoo

Live-Experiment : Ein Reporter im Menschenzoo

Thilo Mischke ist ein Meister der Selbsterfahrung. Für eine Zeitungsreportage wagte er sich im pinken T-Shirt unter betrunkene Heavy-Metal-Fans. Und vor seinem Buch "In 80 Frauen um die Welt" hatte er mit Freunden gewettet, er könne sieben Dutzend junger Damen rund um den Globus verführen. Sein neuestes Experiment hat einen ernsteren Hintergrund. Der 33-Jährige macht öffentlich auf das Thema Überwachung aufmerksam. Für die Pro-Sieben-Sendung "Galileo" steigt er in einen Container aus Glas.

Mitten in der Essener Innenstadt am Burgplatz können Passanten sieben Tage lang sein Leben aus allen Perspektiven beobachten. Monitore übertragen, auf welchen Webseiten er surft. Kameras beobachten ihn auf Schritt und Tritt. 24 Stunden am Tag läuft der Stream im Netz. "Die Idee ist, dass wir ständig einer Überwachung preisgegeben sind. Aber das stört uns scheinbar nicht", sagt Mischke. Man habe das Experiment daher auf die Spitze getrieben. "Was passiert mit einem Menschen, der sich einer fast sieben Tage dauernden 24-stündigen Dauer-Überwachung hingibt? Verändert er sich? Verändert er sein Verhalten?" Einziger Schutzraum des Containers mit Bett, Schrank und Tisch ist das Bad. Die Zuschauer können ihn besuchen, mit ihm sprechen - "und sogar Schach spielen, wenn sie wollen", sagt Mischke.

"Galileo Spezial - Das Live-Experiment", ab Sonntag, Pro Sieben, 19.05 Uhr

(RP)